Im vergangenen Jahr hat der Bonner Theologieprofessor für Dogmatik, Hw. Karl-Heinz Menke, in einem Interview mit dem Kölner Domradio die Bemühungen des Papstes um eine Aussöhnung mit der Piusbruderschaft kritisiert. Daraufhin antwortete Dr. Klaus Obenauer, Theologe an derselben Bonner Fakultät, mit einem Internetkommentar, in dem er den Papst in seinen Bemühungen unterstützte. Friedrich Reusch befragte für Den Geraden Weg Dr. Obenauer über seine Beweggründe zu diesem mutigen Schritt.
DGW: Herr Dr. Obenauer, nach Ihrer Solidaritätsbekundung mit den Bemühungen des Heiligen Stuhls hinsichtlich einer Aussöhnung mit der Piusbruderschaft, war in der Fachwelt das Verständnis für das Recht eines Privatdozenten, den Willen des Heiligen Vaters öffentlich gutzuheißen, sehr begrenzt. Fühlen Sie sich gegenüber der Freiheit jener Theologen, die bei Papstberichterstattungen in sattsam bekannter Weise vor der Kamera aus einem reichhaltigen Themenrepertoire von Priestertum der Frau bis Aufhebung des Zölibats schöpfen dürfen, ungerecht behandelt? Wirkt es verstörend, dass es Mut braucht, sich als katholischer Privatdozent mit dem Papst zu solidarisieren?
Dr. Obenauer: Der Satz des hl. Thomas, wonach natürlicherweise der Teil das Ganze mehr liebt als sich selber, bedeutet mir viel; und bei allem Wissen um die Vielschichtigkeit von Motiven glaube ich, etwas davon bei meinem „Unternehmen“ gespürt zu haben. Von daher wäre es fehl am Platze, über (zumal erst anfänglich eingetretene) Konsequenzen zu jammern. Und dankbar registriere ich eine Reihe von Zuschriften, von denen manche wirklich herzlich und wohltuend waren. – Ansonsten: Gut, ich bin nicht prominent. Aber etwas betroffen hat mich schon gemacht, dass (von Chef und engsten Mitarbeitern einmal abgesehen) aus der Fachwelt im engeren Sinne bis hin zu meinem Bekanntenkreis (!) rein gar niemand reagiert hatte; und wenn es nur: „Was machst denn du für Sachen?“ gewesen wäre. – Zudem ist mein „Problem“, dass ich eben nicht nur mit dem Anliegen des Papstes solidarisch bin, sondern darüber hinaus deutlich meine Hand „in Richtung Pius“ ausgestreckt habe, wie es sich in nächster Zukunft absehbarerweise nicht wiederholen wird. Und das Problem für die Sache ist, wie ich befürchte, dass sich paradoxerweise ein Privatdozent solchen oder ähnlichen Luxus mehr leisten kann als ein Ordinarius. Denn die konkreten Einbindungen schaffen ja „Zwänge“: „Ich mache mich ja unmöglich, wenn“; „wo soll ich meine Leute noch unterbringen, wenn?“ Johannes 12 versus finem (besonders Vers 42 f.!) ist hier geradezu eine zeitdiagnostische Schlüsselstelle.







Tradidi quod et accepi – „Ich habe weitergegeben, was auch ich empfangen habe“, so steht es im ersten Korintherbrief des hl. Paulus (11,23), das war seine Lebensleitlinie und so steht es wunschgemäß auf seiner Grabplatte im Priesterseminar von Ecône eingraviert. Damit ist das Leben von Erzbischof Marcel Lefebvre mit einem Satz knapp, aber treffend zusammengefasst.
Wohl kaum ein Schriftsteller des 20. Jahrhunderts ist von seiner Leserschaft so oft und so gründlich missverstanden worden wie J.R.R. Tolkien. Von Hippies, Linken, Atomkraftgegnern und seit Peter Jacksons Filmtrilogie auch von hysterischen Teenagern für ihre Zwecke missbraucht, werden Tolkiens Werke wohl nur von wenigen Menschen mit einer christlichen Botschaft in Verbindung gebracht. Der Autor selbst, der dem amerikanischen Fankult befremdet bis entsetzt gegenüberstand, kommentierte einmal treffend in einem Brief: „Von den Gräueln der amerikanischen Szene möchte ich nicht reden, obwohl sie mir viel Kummer und Mühe gemacht haben. (Sie erwachsen aus einem völlig verschiedenen geistigen Klima und Boden, in einem Maße verschmutzt und verarmt, das nur in der wahnsinnigen Zerstörung der von Amerikanern bewohnten Landschaften seinesgleichen hat.)“