DGW-Exklusivinterview mit Dr. Klaus Obenauer

Im vergangenen Jahr hat der Bonner Theologieprofessor für Dogmatik, Hw. Karl-Heinz Menke, in einem Interview mit dem Kölner Domradio die Bemühungen des Papstes um eine Aussöhnung mit der Piusbruderschaft kritisiert. Daraufhin antwortete Dr. Klaus Obenauer, Theologe an derselben Bonner Fakultät, mit einem Internetkommentar, in dem er den Papst in seinen Bemühungen unterstützte. Friedrich Reusch befragte für Den Geraden Weg Dr. Obenauer über seine Beweggründe zu diesem mutigen Schritt.

 

DGW: Herr Dr. Obenauer, nach Ihrer Solidaritätsbekundung mit den Bemühungen des Heiligen Stuhls hinsichtlich einer Aussöhnung mit der Piusbruderschaft, war in der Fachwelt das Verständnis für das Recht eines Privatdozenten, den Willen des Heiligen Vaters öffentlich gutzuheißen, sehr begrenzt. Fühlen Sie sich gegenüber der Freiheit jener Theologen, die bei Papstberichterstattungen in sattsam bekannter Weise vor der Kamera aus einem reichhaltigen Themenrepertoire von Priestertum der Frau bis Aufhebung des Zölibats schöpfen dürfen, ungerecht behandelt? Wirkt es verstörend, dass es Mut braucht, sich als katholischer Privatdozent mit dem Papst zu solidarisieren?

Dr. Obenauer: Der Satz des hl. Thomas, wonach natürlicherweise der Teil das Ganze mehr liebt als sich selber, bedeutet mir viel; und bei allem Wissen um die Vielschichtigkeit von Motiven glaube ich, etwas davon bei meinem „Unternehmen“ gespürt zu haben. Von daher wäre es fehl am Platze, über (zumal erst anfänglich eingetretene) Konsequenzen zu jammern. Und dankbar registriere ich eine Reihe von Zuschriften, von denen manche wirklich herzlich und wohltuend waren. – Ansonsten: Gut, ich bin nicht prominent. Aber etwas betroffen hat mich schon gemacht, dass (von Chef und engsten Mitarbeitern einmal abgesehen) aus der Fachwelt im engeren Sinne bis hin zu meinem Bekanntenkreis (!) rein gar niemand reagiert hatte; und wenn es nur: „Was machst denn du für Sachen?“ gewesen wäre. – Zudem ist mein „Problem“, dass ich eben nicht nur mit dem Anliegen des Papstes solidarisch bin, sondern darüber hinaus deutlich meine Hand „in Richtung Pius“ ausgestreckt habe, wie es sich in nächster Zukunft absehbarerweise nicht wiederholen wird. Und das Problem für die Sache ist, wie ich befürchte, dass sich paradoxerweise ein Privatdozent solchen oder ähnlichen Luxus mehr leisten kann als ein Ordinarius. Denn die konkreten Einbindungen schaffen ja „Zwänge“: „Ich mache mich ja unmöglich, wenn“; „wo soll ich meine Leute noch unterbringen, wenn?“ Johannes 12 versus finem (besonders Vers 42 f.!) ist hier geradezu eine zeitdiagnostische Schlüsselstelle.

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Mission possible – Ein Essay zum Thema Apostolat

Von Katharina Weinhardt

Eine junge Frau hat gerade ihr Abitur erfolgreich bestanden und muss zum ersten Mal in ihrem Leben eine eigene, wichtige Entscheidung treffen: Studium oder Ausbildung? Sie wohnt zu Hause bei ihren katholischen Eltern, um die sie sich aber so gut wie gar nicht kümmert. Viel lieber verbringt sie ihre Zeit mit ihrem Freund und spielt sogar mit dem Gedanken, mit ihm zusammenzuziehen. Um ihren Schulabschluss erstmal gebührend zu feiern, geht sie mit ihren Freundinnen wie jedes Wochenende in die Disko. Nach den ersten paar Drinks in der Stammbar, macht sich die Gruppe in Miniröcken und tiefen Ausschnitten, einer Zigarette in der einen und eine Sektflasche in der anderen Hand, in Richtung Disko auf. Obwohl die junge Frau alles hat und ihre Freiheit gerade begonnen hat, spürt sie, dass sie irgendwo in ihrem Herzen unzufrieden ist! Bis auf die Partys und die Zeit mit ihrem Freund hat sie noch nichts kennengelernt, das ihr große Freude bereitet hat. Hinzu kommt, dass sie ihr spärliches Glück immer mehr von der Beziehung und ihrem Freund abhängig macht. Von Gott will sie nichts wissen, denn der würde – sollte es ihn überhaupt geben  -  sowieso nur in ihren Plänen für sich und ihren Freund stören…

Was denken Sie sich dabei, wenn sie diese Geschichte gelesen haben? Diese Frau könnte heute jede gewöhnliche Durchschnittsjugendliche in Ihrer Nachbarschaft sein! Denken Sie sich überhaupt noch etwas dabei oder ist es schon so normal, alltäglich geworden, dass es einfach hingenommen und nicht weiter beachtet wird? Ist es nicht so, dass diese junge Frau eigentlich ein trauriges und leeres Leben besitzt? Sie kennt Jesus nicht und findet sehr wahrscheinlich in näherer Zukunft keinen Zugang zum katholischen Glauben. Wenn sie sich jetzt schon mit diesem Leben zufrieden gibt, wie glücklich wäre sie dann, wenn Gott eine Rolle in ihrem Leben spielen würde?

Haben Sie sich schon mal die Frage gestellt, wieviel und was Sie dazu beitragen könnten, damit diese Frau Zugang zum Glauben bekommt? Weiterlesen

Der Untergang der Borgias

von Deborah Görl

Gemeinhin werden mit dem Namen der spanischen Adelsfamilie Borgia Intrigen, Machtgier und sexuelle Ausschweifung verbunden. Daher verwundert auch die große Popularität dieser Familie bei der Filmindustrie nicht; allein im Jahr 2011 wurden zwei groß angelegte Fernsehserien über die Borgias und ihren bekanntesten Sprössling, Papst Alexander VI. (Rodrigo Borgia 1431–1503), produziert; die eine wurde durch öffentliche, die andere durch einen privaten Geldgeber finanziert.

Erstere mit dem Titel „Borgia“ des Regisseurs Oliver Hirschbiegel („Der Untergang“) und Drehbuchschreibers Tom Fontana („OZ“; amerikanische Fernsehserie über ein Hochsicherheitsgefängnis) war eine 25 Millionen Euro teure europäische Koproduktion verschiedener öffentlicher Fernsehanstalten. Sie wurde Ende Oktober 2011 sowohl im deutschen (ZDF) als auch im österreichischen (ORF 2) Fernsehen als Sechsteiler zur besten Sendezeit ausgestrahlt. Weiterlesen

Johann Sebastian Bach: Matthäus Passion (BWK 244) – Philippe Herreweghe

Die Matthäus-Passion, BWV 244, ist eine oratorische Passion von Johann Sebastian Bach für Solisten, Doppel-Chor und Orchester. Der Bericht vom Leiden und Sterben Jesu Christi nach dem Evangelium nach Matthäus bildet das Rückgrat. Ergänzt wird er um eingestreute Passionschoräle und erbauliche Dichtungen von Picander in freien Chören und Arien. Die Matthäus-Passion und die Johannes-Passion sind die beiden einzigen vollständig erhaltenen authentischen Passionswerke von Bach. Mit etwa drei Stunden Aufführungsdauer ist die Matthäus-Passion Bachs umfangreichstes Werk und stellt einen Höhepunkt protestantischerKirchenmusik dar. Die Uraufführung fand am 11. April 1727 in der Thomaskirche in Leipzig statt.

Una vita disparata – ein anderes Leben Zwölf Tage bei den Kapuzinern in Frankreich

von Florian Huber und Clemens Kordeuter, KJB-Memmingen

So beschrieb ein Papst das Leben der Kapuziner: hart, nicht immer einfach, aber nicht unmöglich. Auch wir wollten während unserer zwölftägigen Reise sehen, wie das Leben eines Kapuziners aus dem traditionellen Zweig aussieht.

Am Montag, dem 8. August, begaben wir beide uns auf die neunstündige Fahrt. Morgon liegt im Departement Rhône-Alpes bei Beaujolais, 60 Kilometer nördlich von Lyon. Wir konnten die 650 km zügig durchfahren und erreichten das Kloster nachmittags gegen halb sechs Uhr. An der Pforte wurde uns Bruder Fidèles, ein aus der französischen Schweiz stammender Mönch vorgestellt. Er sollte uns die kommenden Tage begleiten und bei Fragen weiterhelfen.

Nachdem wir unsere recht einfachen Zellen in der Klausur bezogen hatten, machten wir einen kleinen Spaziergang durch das Dorf Morgon. Im Kloster zurück wurde uns der Zeitplan der Mönche mitgeteilt und wir waren uns schnell einig, dass wir die Matutin, die erste Gebetszeit der Kapuziner, in dieser Nacht noch nicht besuchen konnten (der Zeitplan der Mönche folgt am Ende des Artikels).

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Das innerliche Leben

von Maria Rehm

Mit diesem Beitrag über das innerliche Leben lade ich Euch ein, gemeinsam mit mir zu betrachten, was das christliche Leben bedeutet und wie wir es verwirklichen können. Denn wenn wir unseren Glauben wirklich ernst nehmen, müssen wir ihn auch leben, sonst können die Verheißungen Christi an uns nicht erfüllt werden. Wir sind in der Taufe zu Christen geworden und haben damit das Programm für unser Leben erhalten: Christ zu sein.

Betrachten wir dazu zunächst einmal kurz unser Ziel und den Zweck, zu dem wir erschaffen sind. Unser Ziel ist die himmlische Herrlichkeit mit der Anschauung Gottes und der Vereinigung mit ihm; wir sind also zur Ehre Gottes erschaffen und allein in dieser unendlich erhabenen Bestimmung können wir unser Glück finden. Daraus folgt, dass wir danach streben müssen, heilig zu werden, denn nur dazu sind wir von Gott ins Leben gerufen worden. Der hl. Augustinus nennt die Heiligkeit die Gesundheit des Menschen, also den Normalzustand. Heiligsein ist deshalb nicht etwas für außergewöhnliche Menschen, sondern es ist die Pflicht von uns allen, und wenn wir sie nicht erfüllen, haben wir unser Ziel verfehlt und unser Glück vertan.

Lesen wir dazu, was der hl. Paulus im Römerbrief schreibt (8,5–8): „Denn die nach Art des Fleisches sind, trachten nach dem, was des Fleisches ist, die aber nach Art des Geistes sind, nach dem, was des Geistes ist. Das Trachten des Fleisches ist Tod, das Trachten des Geistes aber Leben und Friede. (…) Die im Fleische sind, können Gott nicht gefallen.“ Wir ersehen daraus zweierlei: zum einen, dass es im Leben nur zwei Möglichkeiten gibt – wir können keinen Mittelweg, keinen Kompromiss mit der Welt wählen, auch nicht den kleinsten, denn: „Niemand kann zwei Herren dienen“ (Mt 6,24). Wenn wir uns also für Gott entschieden haben, haben wir uns damit für die Heiligkeit entschieden. Zum anderen wird aus der Paulusstelle deutlich, dass das christliche Leben ein geistiges Leben ist, also ein Leben nach dem Heiligen Geist, dessen Führung wir folgen müssen. Weiterlesen

Herz-Jesu-Verehrung

von Waltraud Neumayr

Obwohl den meisten die Andacht zum Heiligsten Herzen Jesu ein Begriff ist und jeder von uns KJBlern wohl schon einmal von der hl. Margaretha Maria Alacoque gehört hat, ist vielleicht vielen doch nicht so ganz deren Bedeutung gerade für unsere Zeit und nicht zuletzt für unsere KJB vollkommen bewusst.

„Ihr aber Geliebte, baut Euch auf in eurem hochheiligen Glauben, betet im Hl. Geiste! Bewahrt Euch in der Liebe Gottes und harrt auf das Erbarmen unseres Herrn Jesus Christus zum ewigen Leben!“

Mit diesen eindringlichen Worten schließt der hl. Judas Thaddäus seinen Brief, in dem er unter anderem besonders auf das Verharren in der Liebe Gottes verweist. Der Evangelist Matthäus (22,37–40) bezeichnet die Liebe zu Gott und zum Nächsten als das größte Gebot, an dem das Gesetz und die Propheten hängen.

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben, aus deinem ganzen Herzen, deiner ganzen Seele und deinem ganzen Denken. […] Das zweite ist diesem gleich: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“

Es ist also unsere größte Pflicht, unsere größte Aufgabe als junge Katholiken in der Liebe Gottes zu wachsen, zunächst gegenüber Gott, dann aber auch gegenüber dem Nächsten, vor allem aber denen gegenüber, die „uns nahe stehen im Glauben“ (Gal 6,10) – also unsere Eltern, Geschwister, aber auch unsere Mitchristen in der KJB, die Gläubigen im Priorat oder in der Kapelle … Weiterlesen

Das sogenannte „Enthüllungs“-Buch des David Berger

von Inge M. Thürkauf

Unter großem medialem Interesse erschien im Ullstein-Verlag letzten November – laut Ankündigung im Klappentext – ein „sehr persönliches Buch“ des katholischen Theologen Dr. David Berger mit dem Titel „Der heilige Schein“. Durch seine zahlreichen Publikationen zu Thomas von Aquin hat Berger in der Fachwelt einen respektablen Bekanntheitsgrad, der ihm u. a. dazu verhalf, sich in der renommierten polnischen Universität Lublin zu habilitieren. Auch wurde er in Anerkennung für seine „Verdienste um die Fruchtbarmachung der Lehre des Thomas von Aquin in traditionell katholischen Kreisen“ in den illustren Kreis des Ritterordens von Jasna Góra aufgenommen. Er war korrespondierender Professor der „Päpstlichen Akademie des heiligen Thomas“, Vizepräsident der „Deutschen Thomas-Gesellschaft“, Herausgeber des Internationalen Thomistischen Jahrbuchs Doctor Angelicus und der in traditionellen Kreisen geschätzten Zeitschrift Theologisches. Vor diesem intellektuell hoch dotierten Hintergrund konnte man durchaus annehmen, dass auch ein „persönliches“ Buch des namhaften Thomisten das geistige Niveau seiner bisherigen wissenschaftlichen Publikationen hochhält. Kaum jemand hätte eine Lektüre erwartet, die sich in Sprache und Inhalt an den Niederungen der Boulevard-Medien orientieren würde. Auf den beinahe 300 Seiten seines neuen Opus stellt Berger nicht nur seine homosexuelle Lebensweise verteidigend ins Rampenlicht, sondern sieht vor allem die Notwendigkeit, „das perfide Unterdrückungssystem scheinheiliger Kirchenoberen“ und „die heuchlerische, bigotte Haltung der katholischen Kirche zur Homosexualität“ zu entlarven. Für die in den letzten Monaten durch die Missbrauchskandale gegen die katholische Kirche aufgeheizte Leserschaft ein willkommenes Unterhaltungsprogramm.

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Wege zum Glauben C. S. Lewis: „Pardon ich bin Christ“ – Meine Argumente für den Glauben

Eine ausführliche Rezension von Christian Elser

Sucht man nach christlicher Literatur, die die Welt bewegt, so wird man häufig auf Clive Staples Lewis (1898-1963) stoßen. Der beliebte irische Autor wurde u. a. durch die „Chroniken von Narnia“ weltweit bekannt. Seine „Dienstanweisungen an einen Unterteufel“ sind ein Bestseller unter Christen aller Konfessionen.

Hier möchte ich sein Buch „Pardon, ich bin Christ“ vorstellen. Es setzt sich hauptsächlich aus Radiovorträgen zusammen, die Lewis während des Zweiten Weltkriegs für den englischen Sender BBC gehalten hat, und richtet sich in erster Linie an jene, die noch auf der Suche nach einem Sinn im Leben sind. Anhand allseits beobachtbarer Sachverhalte, deren Erklärung nahezu zwingend zu Gott führt, versucht das Buch den Sinnsuchern eine Antwort zu vermitteln. Es greift sicher nicht katechetisches Wissen systematisch auf, stellt aber trotzdem eine sehr wertvolle Ergänzung desselben dar und kann auch gereiften Katholiken das eine oder andere Aha-Erlebnis bieten. Dieses Buch hilft, sich einmal mit grundsätzlichen Glaubensfragen aus einer anderen Perspektive auseinanderzusetzen und für Diskussionen über den Glauben noch besser gewappnet zu sein.

Lewis wurde als Kind protestantischer Eltern geboren, wandte sich allerdings recht bald vom Glauben ab. Er wurde zum hartgesottenen Atheisten und befasste sich in der Folge mit keltischen Mythen und nordischen Epen. Diese boten ihm vorerst eine geistige Heimat, in der er Deutungsmuster für die Sinnfrage schlechthin zu finden meinte. Denn auch Atheisten müssen sich der Frage nach dem „Sinn des Universums“ stellen. Ende der 1920er Jahre lernte er den berühmten Autor von „Herr der Ringe“ J. R. R. Tolkien kennen. Intensive Auseinandersetzungen mit diesem hatten zur Folge, dass er 1929, wie er später selbst zugab, als „der wohl widerwilligste Bekehrte ganz Englands“ wieder bekennender Christ wurde. Weiterlesen

„Dunkle Wolken über Rom“ – Eine Hörbuchrezension

Pius XII. und die Nationalsozialisten – ein kontroverses Thema, das vor allem im Hinblick auf den Seligsprechungsprozess Aktualität gewinnt: War Papst Pius XII. ein Judenretter oder ein Schuldiger? Übte er diplomatische Zurückhaltung oder haben seine Kritiker recht, die ihm feiges Schweigen vorwerfen?

Als Italien 1943 kapituliert und die deutsche Wehrmacht Rom besetzt, beginnt eine der dunkelsten Zeiten in der Geschichte der Ewigen Stadt. Luftangriffe, Versorgungsengpässe und politische Verfolgung prägen das tägliche Leben der Römer. Nur eine Institution bietet Hoffnung und Hilfe: der Heilige Stuhl. Auf Befehl Papst Pius’ XII. werden die vatikanischen Besitzungen und kirchliche Häuser zu Zufluchtsstätten für Verfolgte: jüdische Mitbürger, Gegner des Regimes und Widerstandskämpfer.

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Maria in unserem Leben

von Michaela Mengele

Suche, oh Mensch, den Plan Gottes zu verstehen und erkenne, dass es ein Plan der Weisheit und der Barmherzigkeit ist. Da er den ganzen Boden mit dem himmlischen Tau benetzen wollte, hat er zuerst das Wollen benetzt: da er das ganze Menschengeschlecht erlösen wollte, hat er in Maria den ganzen Preis des Loskaufs hinterlassen … Versuchen wir also besser zu verstehen, mit wie viel demütiger Zuneigung Gott will, dass wir Maria verehren … Verehren wir Maria also mit allen Fasern unseres Herzens, mit aller Liebe und allen Wünschen unserer Seele, denn dies ist der Wille dessen, der wollte, dass alles durch Maria kommen sollte. Ja, gewiss es ist sein Wille, doch es ist auch unser Interesse“. Der große Heilige Bernhard von Clairvaux (um 1090–1153), ein Dichter der Größe und der Schönheit der universalen Berufung der Jungfrau Maria, hat uns auch in diesem soeben zitierten Ausschnitt eine eindeutige Aussage über die Bedeutung der Marienverehrung im Leben jedes Menschen, der sich dem Plan der göttlichen Liebe öffnet, aufgezeigt.

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Erzbischof Marcel Lefebvre – „Mann der Kirche“ oder „Rebell“?

+++ Aus aktuellem Anlass:  http://www.die-tagespost.de/2008/index.php?option=com_content&task=view&id=100051166&Itemid= +++

Eine Rezension zur Biographie von Mgr. Bernard Tissier de Mallerais

von Christina Brock

buchtitel1Tradidi quod et accepi – „Ich habe weitergegeben, was auch ich empfangen habe“, so steht es im ersten Korintherbrief des hl. Paulus (11,23), das war seine Lebensleitlinie und so steht es wunschgemäß auf seiner Grabplatte im Priesterseminar von Ecône eingraviert. Damit ist das Leben von Erzbischof Marcel Lefebvre mit einem Satz knapp, aber treffend zusammengefasst.

Wer war dieser Erzbischof Marcel Lefebvre? War er der „Rebell“, der suspendierte und später exkommunizierte „Dickschädel“, der „Anstifter eines Schismas“ als den ihn viele Zeitgenossen damals und Nachfahren heute noch kritisieren?

Um dem nachzugehen, „haben (wir) uns also der Aufgabe der peinlich genauen Nachforschung nach Zeugnissen und Dokumenten unterworfen (…). Wir wollten alle uns zur Verfügung stehenden Archivquellen heranziehen und sie unserem Leser weit öffnen. Um uns an die Strenge zu halten, welche die historische Methode uns auferlegt, haben wir fortwährend die Aussagen und die Erinnerungen des Prälaten geprüft“ – so beschreibt sein Biograph, der von ihm 1988 „unerlaubt“ zum Bischof geweihte Bernard Tissier de Mallerais, seine mühevolle Vorgehensweise.

Uns erwartet also kein Panegyrikon mit predigtartigen Lobreden, keine Heiligenlegende, keine Lobeshymne und schon gar keine verklärende Romanze à la Hedwig Courths-Mahler, wie der weichgezeichnete Einband der deutschen Übersetzung suggerieren mag. Da trifft eher das Porträt der französischen Originalausgabe – eines abgearbeiteten, aufgezehrten und von Schicksalsschlägen und schweren Kreuzen gezeichneten Seelenhirten bis zur Selbsthingabe.

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Warum muss ich leiden? Zur Erleuchtung und zum Trost der Seelen

nach Rev. Fr. Francis J. Remler CM, übersetzt und überarbeitet von Paul und Christine Karl

Buchrezension von Christina Brock

„Warum muss ich leiden?“ – diese Frage mögen sich mit jeweils unterschiedlicher Wortbetonung viele Menschen, darunter auch viele gläubige Katholiken, häufig stellen. Oftmals haben sie darauf nur unbefriedigende Antworten erhalten, sodass die Frage quälend immer wieder von Neuem auftaucht.

Hier nun geht den Suchenden endlich ein Licht auf! Sie halten erstmals eine umfangreiche Aufklärung über die Hintergründe und den Sinn des Leidens im Lichte christlicher Betrachtung in den Händen: einen ständigen Begleiter durch die Fastenzeit in Vorbereitung auf das hochheilige Fest der Auferstehung Jesu Christi, hervorragend geeignet aber auch als Beichtkatechese für einen größeren Lebensabschnitt, wenn nicht gar für eine Lebensbeichte zur radikalen Umkehr.

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Christliche-Abendländische Leitkultur

Essay von Mathias Müller1-419b24f946a6248e

Die Moderne hat ihrer eigenen Propaganda zum Trotz keinen geistigen Neuanfang geschafft. Sie ist autonomistisch und glaubt daran die Politik kraft eigener, gegenwärtiger Vernunft gestalten zu können. Die Moderne ist jedoch vielmehr nur vor dem Hintergrund und dem Bestand des religiösen und philosophischen Kerns verständlich, den das Mittelalter begründet hat: Zum einen das Christentum und zum anderen die antike griechische Philosophie, welche mittels der Reinigung durch das Christentum ihren Platz im geistigen Fundament Europas gefunden hat. Das erkennt man nun, nachdem sich das moderne Denken nahezu völlig durchgesetzt hat. Zum Vorschein kommt ein geistiges Vakuum, was auch die gegenwärtigen Intellektuellen wahrnehmen.

Europa begibt sich nun  auf die Suche nach seinem Selbst, seiner Leitkultur. Und je nachdem, wie dieses Vakuum gefüllt wird, wird sich auch Europa entwickeln. Schaut man tatenlos zu, wie der Islam seinen Anspruch anmeldet, dann wird Europa ent-europäisiert und eben islamisch oder man sucht das eigene Selbst in der Geschichte und besinnt sich auf eine neue Identität.

In diesem Essay soll, die Leitkultur-Debatte aufgreifend, eine Antwort auf die Frage, worin der Kern einer neuen gesellschaftlichen Identität bestehen könnte, gegeben werden. Weiterlesen

Tolkiens christliche Botschaft

 

 

tolkien_6Wohl kaum ein Schriftsteller des 20. Jahrhunderts ist von seiner Leserschaft so oft und so gründlich missverstanden worden wie J.R.R. Tolkien. Von Hippies, Linken, Atomkraftgegnern und seit Peter Jacksons Filmtrilogie auch von hysterischen Teenagern für ihre Zwecke missbraucht, werden Tolkiens Werke wohl nur von wenigen Menschen mit einer christlichen Botschaft in Verbindung gebracht. Der Autor selbst, der dem amerikanischen Fankult befremdet bis entsetzt gegenüberstand, kommentierte einmal treffend in einem Brief: „Von den Gräueln der amerikanischen Szene möchte ich nicht reden, obwohl sie mir viel Kummer und Mühe gemacht haben. (Sie erwachsen aus einem völlig verschiedenen geistigen Klima und Boden, in einem Maße verschmutzt und verarmt, das nur in der wahnsinnigen Zerstörung der von Amerikanern bewohnten Landschaften seinesgleichen hat.)“

John Ronald Reuel Tolkien, geboren am 3. Januar 1892 in Südafrika, war Zeit seines Lebens tiefgläubiger Katholik. Nach dem frühen Tod seines Vaters kehrte die Mutter Mabel Tolkien mit ihren beiden Söhnen nach England zurück und konvertierte dort zum Katholizismus. Als Folge hatte sie schwer unter den Repressalien ihrer protestantischen Familie zu leiden, welche soweit ging, der Witwe die finanzielle Unterstützung zu versagen. Mabel verausgabte sich ungeachtet ihrer Diabeteskrankheit bis aufs äußerste für ihre Kinder und starb 1904 im Alter von nur 34 Jahren.

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