„Ihr Kind ist tot: Es sind keine Hirnströmungen mehr messbar. Denken Sie doch an die vielen Menschen, die in Lebensgefahr schweben. Mit ihrem „JA“ können Sie ein anderes Leben retten. Je schneller Sie sich entscheiden, umso besser ist der Zustand der Organe! Auch wenn Ihr Kind mit Hilfe der Maschine noch atmet – es hat keine Überlebenschance. Der Kreislauf wird früher oder später zusammenbrechen und Sie werden ein kaltes Kind vor sich haben, ohne die Chance der Nächstenliebe genutzt zu haben.“ – So ungefähr kann es sich anhören, wenn es um Leben und Tod geht. Der Freiburger Theologieprofessor Joseph Schumacher äußert sich dazu folgendermaßen: „Man ersehnt sich den Tod eines Menschen, um das Leben eines anderen Menschen retten zu können.“[i]
Gleich zu Beginn möchte ich festhalten, dass es mir nicht darum geht, einen wissenschaftlich und medizinisch hoch komplexen Bericht zu verfassen. Mein Ziel ist es lediglich, Euch, liebe KJBler, einen kurzen, aber klaren Einblick in das Thema der Organspende zu geben. Aus diesem Grunde scheint es mir wichtig, zuerst die grundlegenden Dinge im Bereich der Organtransplantation zu klären.
Unter einer Organtransplantation versteht man die Verpflanzung eines Körpergewebes. Die heutige Medizin unterscheidet zwischen einer Organspende nach dem Tod und einer Lebendspende. Eine Lebendspende kann, wie der Name schon sagt, vorgenommen werden, solange der Mensch noch lebt. Ein klassisches Beispiel hierfür ist die Nierenspende. Jeder gesunde Mensch hat zwei Nieren und hat somit die Möglichkeit eine davon zu spenden, ohne sein Leben in Gefahr zu bringen. Mit einer Organspende nach dem Tod ist die Spende eines oder mehrerer Organe nach dem festgestellten Hirntod gemeint.
Und nun stecken wir schon mitten in der Diskussion, in welcher uns zahlreiche Fragen durch den Kopf gehen: Wann ist eine Organentnahme gesetzlich erlaubt? Was sind die Bedingungen dabei? Was versteht man unter dem Hirntod? Was bedeutet eine Organentnahme für das mitwirkende Personal? Wie können die Angehörigen mit dem plötzlichen Tod umgehen? Und schließlich: Wie können die Organempfänger selbst mit der physischen und psychischen Belastung umgehen? All diese Fragen sollen geklärt werden, um schlussendlich sagen zu können, ob es sich bei der Organspende nun wirklich um christliche Nächstenliebe handelt.







