Organspende – ein Akt christlicher Nächstenliebe?

von Franziska Stössel

„Ihr Kind ist tot: Es sind keine Hirnströmungen mehr messbar. Denken Sie doch an die vielen Menschen, die in Lebensgefahr schweben. Mit ihrem „JA“ können Sie ein anderes Leben retten. Je schneller Sie sich entscheiden, umso besser ist der Zustand der Organe! Auch wenn Ihr Kind mit Hilfe der Maschine noch atmet – es hat keine Überlebenschance. Der Kreislauf wird früher oder später zusammenbrechen und Sie werden ein kaltes Kind vor sich haben, ohne die Chance der Nächstenliebe genutzt zu haben.“ – So ungefähr kann es sich anhören, wenn es um Leben und Tod geht. Der Freiburger Theologieprofessor Joseph Schumacher äußert sich dazu folgendermaßen: „Man ersehnt sich den Tod eines Menschen, um das Leben eines anderen Menschen retten zu können.“[i]

Gleich zu Beginn möchte ich festhalten, dass es mir nicht darum geht, einen wissenschaftlich und medizinisch hoch komplexen Bericht zu verfassen. Mein Ziel ist es lediglich, Euch, liebe KJBler, einen kurzen, aber klaren Einblick in das Thema der Organspende zu geben. Aus diesem Grunde scheint es mir wichtig, zuerst die grundlegenden Dinge im Bereich der Organtransplantation zu klären.

Unter einer Organtransplantation versteht man die Verpflanzung eines Körpergewebes. Die heutige Medizin unterscheidet zwischen einer Organspende nach dem Tod und einer Lebendspende. Eine Lebendspende kann, wie der Name schon sagt, vorgenommen werden, solange der Mensch noch lebt. Ein klassisches Beispiel hierfür ist die Nierenspende. Jeder gesunde Mensch hat zwei Nieren und hat somit die Möglichkeit eine davon zu spenden, ohne sein Leben in Gefahr zu bringen. Mit einer Organspende nach dem Tod ist die Spende eines oder mehrerer Organe nach dem festgestellten Hirntod gemeint.

Und nun stecken wir schon mitten in der Diskussion, in welcher uns zahlreiche Fragen durch den Kopf gehen: Wann ist eine Organentnahme gesetzlich erlaubt? Was sind die Bedingungen dabei? Was versteht man unter dem Hirntod? Was bedeutet eine Organentnahme für das mitwirkende Personal? Wie können die Angehörigen mit dem plötzlichen Tod umgehen? Und schließlich: Wie können die Organempfänger selbst mit der physischen und psychischen Belastung umgehen? All diese Fragen sollen geklärt werden, um schlussendlich sagen zu können, ob es sich bei der Organspende nun wirklich um christliche Nächstenliebe handelt.

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Woher wir wissen, was moralisch richtig ist

von David Maria Ernst, DGW-Journalistenpreisträger 2011 

Anfang der 1980er-Jahre des vorigen Jahrhunderts schrieb der Ethiker Alasdair MacIntyre das bemerkenswerte Buch Der Verlust der Tugend, das gewissermaßen eine immer noch zunehmende Hinwendung zur klassischen Tugendethik einleitete. In diesem Buch stellte er ein Versagen der neuzeitlichen, näherhin der aufklärerischen Bemühungen fest, eine Ethik zu entwerfen, die von einer Teleologie (Lehre von den Zielen und Zwecken) gänzlich frei ist und sich auch nicht auf irgendeine höhere Autorität als den Menschen stützt. Im Folgenden möchte ich versuchen zu analysieren, warum es zu dieser Ablehnung gekommen ist und was die Folgen davon sind. Anschließend soll auch ein Blick auf die klassische Ethik von Aristoteles und Thomas von Aquin geworfen werden. Besonderes Augenmerk wird auf die Wichtigkeit der Naturerkenntnis in der Ethik, die vor allem eine Erkenntnis der Ziele und Zwecke ist, gelegt. Zum Abschluss wird versucht, eine kurze Antwort auf die Frage zu geben, warum wir letztlich moralisch handeln sollen.

Leider kann hier aufgrund des beschränkten Rahmens dieses wichtige und interessante Thema nur in einer beinahe sträflichen Kürze behandelt werden. Nichtsdestotrotz ist es ein lohnendes Unterfangen, zumindest einen Überblick zu geben. Weiterlesen

Die Jesuiten – Mythos und Wahrheit, Aufstieg und Absturz (Teil 3)

3. Niedergang (ab 1900)
3.1 Ursachenforschungen

Wenn ich nun als primäre Ursache für den Niedergang der Gesellschaft Jesu den Umstand angeben würde, dass sich die Jesuiten ab einem bestimmten Zeitpunkt zu sehr mit dem Zeitgeist eingelassen hätten, so würde das wohl die wenigsten Leser verwundern. Und tatsächlich: Sieht man den Jesuitenorden heute an (was wir später auch tun werden), so erkennt man schnell eine Infiltrierung des Ordens mit vielen modernistischen Lehren, die eine – auch zahlenmäßige – Zersetzung des Ordens erklärbar machen. Es ist aber klar, dass es dazu nur kommen konnte, weil im Vorfeld dieser Vorgänge ungünstige Dispositionen herrschten.
Als Nährboden für diese Entwicklung möchte ich hier eher eine gewisse Verflachung des jesuitischen Niveaus nennen, wodurch bis zum 20. Jahrhundert ein Grad der Dekadenz entstanden war, der zum heutigen Zustand des Ordens führte. Selbstverständlich erfassten diese Tendenzen nicht den gesamten Orden, aber womöglich maßgebende Teile. Dass es bis in die allerjüngste Zeit ruhmvolle Zeugnisse heiligmäßiger Jesuiten gab und gibt, darf keinesfalls verkannt werden – eher macht es die geistige und geistliche Regression der Gesellschaft Jesu umso tragischer. Die Jesuiten rangen immer mitten in und mit der Welt, das war ihr Erkennungsmerkmal – sie bewegten sich also auf einem schmalen Grat. Eine solche Gratwanderung erfordert aber ein Höchstmaß an Geistesgegenwart: Wo also der Geist verflacht, da ist es zum Abgrund nicht weit.
Nun kann der Jesuitenorden schon aufgrund der zeitgeschichtlichen Umstände, die bei seiner Gründung herrschten, als Inbegriff einer reaktionären Organisation angesehen werden. „Konnte man im Mittelalter noch getrost sagen, als Wahlspruch der Benediktiner, daß in [a]llem Gott verherrlicht werde, so war eine Veränderung vorgegangen im Wahlspruch der Jesuiten: Alles zur größeren Ehre Gottes. Ad maiorem Dei gloria. Gott wurde zum Ziel, die Welt war etwas für sich selber und sie handelte zum Zwecke der Verherrlichung Gottes.“ Die Jesuiten waren also eine Reaktion auf die durch Renaissance und Naturalismus sich von Gott emanzipierende Welt und traten quasi als Gegenfliehkraft in Erscheinung. Ziel und Ideal musste daher diese verlorene All-Einheit des Mittelalters bleiben, auch wenn man stets auf Augenhöhe mit der Welt reden wollte, um sie dort abzuholen, wo sie stand. Für unsere weitere Betrachtung bleibt festzuhalten, dass die Ansteckung mit dem Gedanken eines angeblichen zyklischen Fortschritts der Menschheit die Jesuiten notwendigerweise zerstören musste. Weiterlesen

Die Jesuiten – Mythos und Wahrheit, Aufstieg und Absturz (Teil 2)

von Friedrich Reusch

2. Die Gesellschaft Jesu durch die Jahrhunderte (bis 1900)
2.1 Sklavenbefreier, Reformer, Wissenschaftsfreunde

Man kann die vielfältigen Verdienste der Jesuiten gut auf einen Nenner bringen, wenn man sagt: Die Jesuiten sind der beste Beweis dafür, dass sämtliche Vorurteile gegen die katholische Kirche falsch sind. Die Beziehung der Jesuiten zur Welt war immer die eines Korrektivs und somit haftete ihnen zwingend und stets etwas „Reaktionäres“ an, innerkirchlich waren sie jedoch zuvörderst Erneuerer. Wie beschrieben, war der Zustand der Kirche im 16. Jahrhundert zu weiten Teilen einigermaßen verheerend, von der schlechten Bildung und dem verwerflichen Lebenswandel eines Großteils des Klerus angefangen bis hin zu einem zu oft brachliegenden Glaubensleben des Volkes.
Das Konzil von Trient, welches in vier Sitzungsperioden zwischen 1545 und 1563 tagte, war dagegen ein wahrer Aufbruch zur katholischen Erneuerung. Es traf neben der doktrinären Abwehr damaliger Irrtümer wie der Häresien protestantischer Reformatoren (etwa des Sola-Scriptura-Prinzips Luthers) oder der Verurteilung der Lehre des Pelagianismus (diese stoisch beeinflusste Lehre leugnete die Erbsünde und behauptete, der Mensch könne sich durch sittlichen Lebenswandel selbst erlösen ) auch wichtige Entscheidungen, die die Seelsorge betrafen: „Beschlossen wurde die Einrichtung von Priesterseminaren zur besseren Ausbildung der Seelsorger, die Stellung des Hochaltars als sichtbarem liturgischem Zentrum, der Tabernakel als Aufbewahrungsort der Elemente der allerheiligsten Eucharistie, die Einführung eines geschlossenen Beichtstuhls und die Anbringung von Bestuhlung im Kirchenraum.“ Schwerlich zu bestreiten ist, dass die Gesellschaft Jesu sich zur eifrigsten Verfechterin dieser Beschlüsse aufschwang, sei es durch die Unzahl an Kollegien und Seminarien, die sie zu Studienzwecken des (zukünftigen) Klerus eröffnete, sei es durch die berühmte jesuitische Baukunst des Barock. Der große Ruhm der Jesuiten in der Seelsorge bestand nun aber gerade in der bedingungslosen Annahme des Menschen um Christi willen und nach Christi Vorbild – freilich nicht im Sinne einer modernistischen Seelsorge der „bedingungslosen Hinwendung zum Menschen“. Vielmehr sah man damals die wirkliche seelische Not, die durch die Verrohung und Dekadenz großer Teile des Klerus entstanden war.

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Die Jesuiten – Mythos und Wahrheit, Aufstieg und Absturz (Teil 1)

von Friedrich Reusch

In einem Interview vom 15. Juli 2010 mit der Süddeutschen Zeitung bekannte der bekannte Sänger Xavier Naidoo, sich auf eine Begegnung mit Salesianern zu freuen, in deren Kloster Benediktbeuern er kurz darauf einen Auftritt hatte. Aber: „Es gibt genügend Orden und Ordensgemeinschaften, die ich kritischer begutachte, zum Beispiel die Piusbrüder oder die Jesuiten.“ – Mehr als interessant, diese Aussage. Denn in der Medienlandschaft werden seit dem Januar 2009 tatsächlich sämtliche Umschreibungen des notorisch wiederholten „mittelalterlichen Weltbildes“, deren sich antijesuitische Metaphorik einst bediente, diesen „Piusbrüdern“ zugeschrieben.

Was hat es aber mit den Jesuiten auf sich? Schon vor amerikanischen Konzepten der Öffentlichkeitsarbeit, nach denen jede Presse eine gute Presse ist, war die Intensität der Angriffe ein Gradmesser für die Bekanntheit oder Popularität eines Phänomens. Und an massivem Gegenwind ermangelte es dem Jesuitenorden nie – bis in die jüngste Zeit hinein. Zwei polare Fallbeispiele: Mit Büchern wie „Der Jesuit – Der vaterlandslose Dunkelmann“ (von Hubert Hermanns, erschienen 1933) schäumte die NSDAP gegen die Schüler Loyolas , während Altkommunist Herbert Wehner in seiner Rede vom 13. März 1975 im Deutschen Bundestag fabulierte, NS-Propagandaminister Joseph Goebbels sei „jesuitisch raffiniert“ gewesen (dabei entstammte dieser lediglich aus einer katholischen Familie im Rheinland). Solche Steilvorlagen sind wohl Grund genug, sich einmal tiefer mit dem Phänomen des Jesuitismus, mit dem Leben des Íñigo López de Loyola und der Entwicklung der Gesellschaft Jesu in den vergangenen Jahrhunderten zu befassen. Solche Streiflichter zeigen aber auch, dass gerade hier genauer hingesehen werden muss, da es hauptsächlich unspezifische Stereotype sind, rhetorische Worthülsen und undifferenzierte Etiketten, die man anbringt, wenn es um die Jesuiten geht.

Die folgenden Ausführungen sind hingegen ein Versuch, der Thematik inhaltlich insoweit gerecht zu werden, wie es in diesem begrenzten Rahmen möglich ist.

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Pius XI., Enzyklika Divini illius magistri (65–67)

Die „sexuelle Erziehung”

65 In höchstem Grade gefährlich ist fernerhin jene naturalistische Richtung, die in unsern Tagen in das Gebiet der Erziehung eindringt in einer Frage so zarter Natur, wie es die Sittenreinheit und die Keuschheit ist. Sehr verbreitet ist der Irrtum derer, die in gefährlichem Unterfangen und mit hässlichen Ausdrücken einer sogenannten sexuellen Erziehung das Wort reden, indem sie fälschlich meinen, sie könnten die jungen Leute gegen die Gefahren der Sinnlichkeit durch rein natürliche Mittel schützen, durch eine gefährliche und verfrühte sexuelle Aufklärung für alle ohne Unterschied und sogar in der Öffentlichkeit, und was noch schlimmer ist, indem sie dieselben vorzeitig den Gelegenheiten aussetzen, um durch Gewöhnung, wie sie sagen, den Geist gegen die Gefahren abzuhärten.

66 Sie täuschen sich schwer, da sie die angeborene Schwäche der menschlichen Natur und jenes Gesetz nicht anerkennen wollen, von dem der Apostel sagt, dass es dem Gesetze des Geistes widerstreitet (46), und da sie die Erfahrungstatsachen verkennen, die beweisen, dass gerade bei den Jugendlichen die Verfehlungen gegen die Sittenreinheit nicht so sehr Folge von Nichtwissen sind, als vielmehr der Schwäche eines Willens zuzuschreiben sind, der den Lockungen ausgesetzt ist und der göttlichen Gnadenmittel entbehrt.

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Appell von Kardinal Newman an die Jugend: „Die katholische Religion hat die Gabe, die jungen Herzen zur Keuschheit zu führen“

Der folgende Text, den der Freundeskreis Maria Goretti auf seiner Homepage zur Verfügung stellt (abgedruckt auch in der FMG-Information 92, November 2008), ist eine wunderbare Aussage Kardinal John Henry Newmans über die Keuschheit und ein Appell an uns Jugendliche, für die Reinheit zu kämpfen. Sie entstammt dem Vortrag Newmans „Über die Angemessenheit der Herrlichkeit Mariens“ („On the Fitness of the Glories of Mary“ aus dem Werk „Discourses to Mixed Congregations“, London 1849, einem der ersten Werke nach seiner Konversion), Quelle: http://www.newmanreader.org/works/discourses/discourse18.html .

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Christliche Erziehung zu Reinheit und wahrer Liebe – Folge 5

III. Zusammenfassende Beurteilung. Was können wir konkret tun?

Fassen wir zusammen: Eine Geschlechtserziehung im christlichen Sinne muss Erziehung zur Keuschheit sein, nur so wird sie gelingen. Sie muss ganz individuell geschehen, der einzigartigen Person des Kindes und dem geheimnisvollen Charakter der menschlichen Liebe entsprechend. Darum ist die Geschlechtserziehung ein Recht und eine heilige Pflicht der Familie: Nicht, weil die Jugendlichen „die geschlechtlichen Gegebenheiten nicht anders erfahren könnten, sondern, damit sie sie im rechten Licht kennenlernen“ (93). Wo also z. B. in der Schule gegen das grundlegende Recht des Kindes, in der Keuschheit erzogen zu werden, verstoßen wird, hat es das Recht und die Pflicht, einem solchen Unterricht fernzubleiben.

Der schulische Kollektiv-Unterricht missachtet die unterschiedlichen Entwicklungsstufen und verletzt die Intimität und das Schamgefühl der Kinder durch eine öffentliche Behandlung der Geheimnisse des Lebens. Die rein biologistische Sicht- und Vermittlungsweise der Sexualkunde sowie die fehlende oder – schlimmer noch – fehlgeleitete Wertevermittlung (Verhütung, Abtreibung, sexuelle Abnormitäten, „Schütze Dich und genieße“, usw.) zerstören die heilige Ehrfurcht vor der Weitergabe des Lebens, verführen zum Ausprobieren und verderben die Keuschheit der Kinder. Weiterlesen

Christliche Erziehung zu Reinheit und wahrer Liebe – Folge 4

II. Schulische Sexualerziehung – Hilfe oder Schaden?

Eigentlich wird es vor dem Hintergrund der bisher dargelegten christlichen Art der Geschlechtserziehung schon relativ klar geworden sein, wie die Beurteilung der landläufigen Schulsexualerziehung aussehen wird. Dennoch wollen wir nach einem kurzen Blick auf die sehr „verräterischen“ Ursprünge und erklärten Ziele der SE-Bewegung die wichtigsten Argumente herausgreifen und auch mögliche Einwände gegen eine Ablehnung der schulischen SE betrachten.

1) Ursprünge, Ideen und Ziele der schulischen SE

Der geschichtliche Hintergrund

Wenn man den Eintrag des Internetlexikons Wikipedia zu „Sexualpädagogik“ befragt, so liest man, dass sich nach der sexualrepressiven Erziehung des 19. Jh. zu Beginn des 20. Jh. endlich liberalere Ansätze herausgebildet hätten, die durch den Nationalsozialismus zwar nochmals gebremst worden seien, dann aber durch die 68er-Bewegung und die Verfechter der antiautoritären Erziehung sowie die Frauen-, Lesben- und Schwulenbewegung zur Zeit der sexuellen Revolution eine Enttabuisierung der Sexualpädagogik zum politischen Programm wurde. 1968 gab die Kultusministerkonferenz der Länder die Empfehlung heraus, Sexualerziehung fächerübergreifend in den Schulen zu behandeln; in den 70er-Jahren wurde Sexualkunde dann von den meisten Bundesländern in die schulischen Lehrpläne aufgenommen. Weiterlesen

Christliche Erziehung zu Reinheit und wahrer Liebe – Folge 3

4) Praktische Richtlinien anhand der Entwicklungsphasen des Kindes

Das Dokument Wahrheit und Bedeutung legt in seinem 6. Kapitel „Schritte der Erkenntnis“ die wichtigsten Phasen in der Entwicklung des Kindes dar und unterscheidet vier Stufen: 1. die Jahre der Unschuld, 2. die Pubertät, 3. die Jugendzeit innerhalb des Lebensentwurfes und 4. Erwachsen werden. Es würde zu weit führen, die vielen hilfreichen und durchaus konkreten Hinweise, die dann noch durch weitere praktische Richtlinien im 7. Kapitel ergänzt werden, hier ausführlicher darzustellen. Eine knappe Auflistung der ersten drei Phasen mit einem Akzent auf der Pubertät muss genügen.

1.) Die „Jahre der Unschuld“ (von etwa 5 Jahren bis zur Pubertät, d. h. den ersten körperlichen Veränderungen des Jungens oder Mädchens) sollen keinesfalls durch sexuelle Information gestört werden, daher findet auch nur eine indirekte Keuschheitserziehung statt, dafür um so mehr schon eine Erziehung zu den später nötigen Tugenden (Selbstbeherrschung, Gehorsam, Großzügigkeit, Opferbereitschaft…) Äußerst wichtig ist natürlich das Bemühen, jede Verletzung dieser unschuldigen Zeit der Ruhe und Unbefangenheit durch Schule, Medien oder Gleichaltrige so gut wie möglich zu verhindern.

2.) Die Pubertät ist eine sehr wichtige und problematische Phase, da körperliche Veränderungen zu Verwirrung und Beunruhigung führen können, denen man durch die notwendigen Erklärungen entgegenwirken kann, die natürlich möglichst schon vor Beginn der Pubertät gegeben werden müssen – zum einen wird vor dem Erwachen des Geschlechtstriebes die Neugierde durch Informationen viel weniger oder gar nicht geweckt. Zum anderen kann man „den Eintritt der Pubertät nicht präzise voraussagen und sollte das Kind frühzeitig vorbereiten, vor allem dann, wenn man den Einfluss schlechter Freunde befürchten muss. So kann das Kind sich behaupten und die Reinheit bewahren“.[1] Für dieses Alter soll man sich auf folgendes Prinzip stützen:

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Christliche Erziehung zu Reinheit und wahrer Liebe – Folge 2

2) Wer darf erziehen? Elternrecht und die Rolle anderer Erzieher und Institutionen

Vater und Mutter als Erzieher

Wie schon Papst Pius XI. in seiner großen Erziehungsenzyklika Divini illius magistri vom 31.12.1929, so bekräftigen auch die späteren kirchlichen Texte das sogar im Kirchenrecht festgeschriebene Pflicht-Recht der Eltern auf die Erziehung ihrer Kinder. Das Erziehen der Kinder ist die direkte Fortsetzung ihrer Teilnahme an Gottes Schöpfung durch die Elternschaft und ist somit nicht nur ein unveräußerliches Recht und eine strenge Pflicht der Eheleute, sondern sie erhalten auch die nötigen besonderen Standesgnaden, um dieser Aufgabe nachzukommen – ihr Erziehungswirken in der Familie ist so entscheidend, dass es dort, wo es fehlt, kaum zu ersetzen ist.[1] Gerade in der heutigen Zeit, wo die Erziehung von Kindern immer mehr als eine Sache „professioneller Fachleute“ dargestellt wird, müssen die Eltern unbedingt das Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten wiedergewinnen und „unter Rückbesinnung auf die Lehre der Kirche und mit ihrer Unterstützung die ihnen zustehende Aufgabe wieder übernehmen“ (24).

Erziehung durch andere Personen?

Bei dieser Aufgabe können andere Erzieher zwar Hilfestellung leisten, doch können sie den Eltern ihre Erziehungspflicht nicht abnehmen; sie sollen ihnen Hilfe anbieten, können dann aber nur im Namen der Eltern, aufgrund ihrer Zustimmung und in einem gewissen Maße sogar in ihrem Auftrag tätig werden (Prinzip der Subsidiarität).[2] Ihre Pflichten können Eltern nur dann an andere Erziehungspersonen abgeben, wenn eine Notlage[3] dies erforderlich machen sollte. Gerade aber die religiöse und moralische Erziehung der Kinder zu rechten Christen und ihre Anleitung zu entsprechendem Handeln liegt zunächst in der vollen Verantwortung der Eltern, die ihre Kinder den Glauben, das Gebet und die Tugenden lehren müssen, vor allem auch durch das eigene Vorbild.

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Christliche Erziehung zu Reinheit und wahrer Liebe – Folge 1

Ein Beitrag der KJB München

Liebe, Ehe, Familie, gemeinsames Glück – es gibt kaum einen anderen natürlichen Bereich, der im menschlichen Leben eine ähnlich zentrale Rolle spielen würde, gerade für heranwachsende Jugendliche. Wie stelle ich mir meine Zukunft vor? Wie finde ich den Mann oder die Frau fürs Leben? Werde ich einmal Kinder haben? Und eine glückliche Familie…?

Auch die Eltern bewegen diese Fragen und sie überlegen, wie sie ihre Kinder zu einem glücklichen, liebeerfüllten Leben führen können. Für uns Christen gibt es kein glückliches Leben ohne Gott, dessen Gebote die natürliche Ordnung umreißen, innerhalb derer wir leben müssen und dürfen, um glücklich und heilig zu werden.

Was also müssen (zukünftige) Eltern beachten, um ihre Kinder zur rechten Liebe zu erziehen? Welche Einstellung zu Liebe und Geschlechtlichkeit müssen sie sich selbst aneignen, um später ihren Kindern ein leuchtendes Beispiel geben zu können? Aber nicht nur die Eltern erziehen: Auch der Staat versucht natürlich einzugreifen und die Jugendlichen seinen Vorstellungen gemäß auf das Leben vorzubereiten, was in Bezug auf unsere Frage – die Erziehung in der menschlichen Liebe – vor allem durch Vorgaben der Kultusministerien für den schulischen Sexualkundeunterricht geschieht.

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Die Diktatur des Genderismus – Zusammenfassung

Von Inge Thürkauf

1)    Drastische Reduzierung der Weltbevölkerung. Förderung homosexuellen Verhaltens wird ganz entschieden zur Reduzierung der Weltbevölkerung beitragen

2)    Abschaffung der Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Für die rechtliche Bestimmung des Geschlechts der Menschen dürfen nicht mehr die äußeren Geschlechtsmerkmale ausschlaggebend sein, sondern nur noch das subjektive Empfinden des Menschen.

3)    Abschaffung der Vollzeit-Mütter.

4)    Freier Zugang zu Verhütung für alle, auch für Jugendliche. Abtreibung (nach neuer Sprechweise „reproduktive Gesundheit“) soll Menschenrecht werden.

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Die Diktatur des Genderismus – Teil 4

Von Inge Thürkauf

Gender als „Wissenschaft“

Jede Ideologie will sich mit dem Mantel der Wissenschaftlichkeit schmücken, so auch der Genderismus. Die meisten Universitäten weltweit unterhalten Institute für gender-studies, wo Modelle entwickelt und gelehrt werden, bei denen die ganze Gender-Agenda Gegenstand des Studiums ist, inklusive die Möglichkeit, zwischen fünf verschiedenen Geschlechtern zu unterscheiden, statt zwischen biologisch zwei. An einigen Universitäten ist es sogar möglich geworden, einen Abschluss in Gender als Hauptfach zu erlangen.

Die Tatsache, dass das Gender-Prinzip vor allem auf der intellektuellen Ebene abgehandelt wird, macht es für den “Mann auf der Straße” so schwer zu erkennen, wo die Gefahr liegt. Doch die unmittelbaren Folgen einer universitären Ausbildung, die die Zerstörung moralisch-ethischer Werte zum Inhalt hat, bekommen wir alle zu spüren. “Von dem, was man heute an den Universitäten denkt, hängt ab, was morgen auf den Plätzen und Straßen gelebt wird!”, schreibt der Philosoph José Ortega y Gasset,[i] oder – so kann man hinzufügen – von dem, was in die politischen Programme aufgenommen wird. Und dies ist nicht wenig! Weiterlesen

Die Diktatur des Genderismus – Teil 3

Von Inge Thürkauf

Planned Parenthood – Pro Familia – Margaret Sanger.

Nicht nur Huxleys “evolutiver Humanismus” war in London Bestandteil der Diskussion um den neuen Menschen, sondern auch seine eugenische Philosophie des wissenschaftlichen Rassismus, der schon Jahre zuvor einen nachhaltigen Einfluss auf jene weltweite Geburtenkontrollbewegung genommen hat, die heute unter dem Begriff Planned Parenthood auf eine Gesellschaft hin arbeitet, in der sogenannt archaische sexuelle Gesetze und irrationale Ängste vor Sex nicht mehr existieren.

Wie Jean-Paul Sartre in seiner Lebensgefährtin Simone de Beauvoir eine kongeniale Partnerin zur Ausbreitung seiner atheistischen Existenzphilosophie fand, so war für den Biologen Huxley die Gründerin von Planned Parenthood, Margaret Sanger, gewissermaßen der verlängerte Arm seiner genetischen Denkmodelle, die bis heute unsere Gesellschaft prägen und die im Genderismus voll ausgelebt werden. Weiterlesen