Das Böse in der Welt
Ich kann Menschen verstehen, die dieser Gesellschaft gerne den Rücken kehren, um im Kreise ihrer Familie, ihrer vertrauten Freunde oder auch alleine, des „Pudels Kern“ im Leben zu finden. Es ist schwer heutzutage, Parrhesia (der Redefreiheit, offen und wahrhaftig ohne Umschweife seine Meinung zu sagen) zu Ehren, die Wahrheit auszusprechen. Zumal es schon schwierig genug ist, überhaupt das Wahre zu erkennen, da so vieles vertuscht wird, wurde und werden wird. Aber es lassen sich dann doch Strukturen erkennen, die hauptsächlich durch Zeitzeugen belegt sind. Das Neue Testament ist eine solche Sammlung überlieferter Tatsachenberichte von Augenzeugen einer bestimmten Zeit, in welcher der Sohn Gottes und Mariä auf der Erde lebte.
WikiLeaks ist ’ne Lachnummer – fürs Erste. Eher analytisch betrachtet wird WikiLeaks mit zu den Damoklesschwertern unserer Gesellschaft zählen, die jederzeit kriegsschürendes Material veröffentlichen können. WikiLeaks ist der neue „Wahrsager“, der Verborgenes aufdeckt. Entweder sie bleiben Robin Hood oder sie enden wie alle, die an der Verantwortung scheiterten. Wir wollen uns doch bitte nichts vormachen, aber wer auch nur einigermaßen instruiert ist, der weiß, dass WikiLeaks, egal was die Medien berichten, durch sehr, „sehr gute Quellen unterstützt wird“, so der ChaosComputerClub, dem man das uneingeschränkt glauben darf. Wenn diese Quellen allgemein als Hacker verschrien werden und in Zukunft versiegen sollten, weil WikiLeaks selber als Hackerklub gilt, dann wäre das Ziel der Enthüllungsgegner erreicht.
Wenn man bisher Verborgenes über Bin Laden veröffentlichen würde, wenn ‚enthüllt’ würde, wie marode das amerikanische Finanzsystem schon seit Jahren dahinsiecht, wenn man das Thema „Deutsche Goldreserven verschwunden …“ anschneiden würde oder wenn man die immer härteren „Bandagen“ gegen die Schweiz beim Namen nennen würde (man denke an skandalträchtige, da völkerrechtswidrige politische Interventionen Amerikas gegenüber der Schweiz, als es um die Daten amerikanischer Steuersünder ging) – es gäbe genügend Zündstoff, um die Welt aus den Angeln zu heben. Mittlerweile haben sich auch die Schweiz, Luxemburg und Belgien an eine einheitliche europäische Linie im Bankenwesen anpassen müssen. Apropos Belgien: Hier wird aktuell durch die längste „regierungsfreie Zeit“ in einem demokratischen Staat ein Fanal geschaffen. Niemand traut sich dort, das Problem zwischen den beiden Bevölkerungsteilen anzupacken. Auch hier liegt genug Potenzial, welches auch Europa ins Wanken bringen kann.
Wer heutzutage entlarven will, welch schändliche Rituale in geheimen Zirkeln der oberen Zehntausend durchgeführt werden, welchen ein gewisser Marc Dutroux einmal zugearbeitet hat, der stößt auf wenig Verständnis. Wir wissen schließlich doch alle, dass das Böse in der Welt ist: Man hat sein spannendes Buch, schaut regelmäßig „Aktenzeichen XY“ oder den „Tatort“, dann hat man sein Pensum an Nähe zum Bösen erreicht. Dann hören wir wieder Nachrichten von Einheiten der US-Armee in Afghanistan, welche gezielte Erschießungsaktionen an Zivilisten durchführen – und wieder sind wir verstört: Da gab es einmal einen sehr kranken, narzisstischen Mann mit Namen Fritzl, der seine Außenwelt in Schock versetzte, da er mit seiner eigenen Tochter mehrere Kinder zeugte, während er sie über viele Jahre hinweg in einem engen Kellerbunker gefangen hielt. Kein Einzelfall, wie auch ein Fall aus Österreich beweist, in welchem der Täter allerdings Priklopil hieß. Wie viele Kinder jedes Jahr auf der Welt verschwinden, man könnte jedes Jahr eine ganze Stadt in der Größenordnung von 240.000 Einwohnern damit füllen. Das ist auch böse. Andererseits versucht aber der Mensch immer wieder, Gott die Schuld zu geben, wenn Katastrophen wie Tsunamis oder Vulkanausbrüche geschehen, welche nun einmal zum natürlichen Ablauf der Erdgeschichte gehören. Derselbe Gott hat jedoch nichts mehr zu melden, wenn es um Fragen der Ethik geht, wenn in der embryonalen Stammzellforschung mal wieder etwas danebenging. Genug Horror?
Wenn man weiß, dass auf Staatenebene eher in Dekaden, als in Tagen gedacht werden muss, so verwundert es nicht, dass noch nicht jeder weiß, dass „unser Wohlstand“ hauptsächlich auf der Armut anderer beruht. Die soziale Marktwirtschaft hat sich verabschieden müssen, weil sie dem Drang nach schnellem Wachstum nicht unverantwortlich schnell genug nachkommen konnte. So wurde durch die Gier weniger Verantwortlicher die größte Finanzkrise und mittlerweile öffentliche Krise ausgelöst. Der Ausverkauf Europas hat zwar nicht erst seit der Finanzkrise begonnen, aber jetzt zeigen sich die Auswirkungen umso schneller. Deutschland als Hauptfinanzier der EU wird diese Rolle nicht gerade gedankt. Griechenland druckt entweder neues Geld oder die EU übernimmt. So einfach ist das. Allerdings gibt es in der EU-Kommission ja bereits Planungen, alle nationalen Finanzmärkte und Finanzministerien zu zentralisieren. Wer nur ein wenig in Blättern wie den Schweizer Zeitfragen Informationen sammelt, der gehört zweifelsohne zu einem geringen Promillesatz der gegenwärtigen Gesellschaft. Allerdings haben sich die dortigen Berichte und Analysen über Jahre hinweg als fundiert und zutreffend erwiesen. Jetzt kann sich jeder an Griechenland beteiligen, denn jeder weiß, dass es nach wirtschaftlichen Zusammenbrüchen üblicherweise starke Wachstumsraten gibt. Sollte logisch klingen, aber noch machen wieder erst die Großen mit. Der griechische Präsident selber hat sein persönliches (Familien-)Kapital durch Spekulation auf den finanziellen Niedergang seines eigenen Landes von 5 Mrd. Euro auf 27 Mrd. Euro imposant vervielfachen können. Wenn ich solche Dinge in einer Welt der Informationsfreiheit, der freien Presse, des Gutmenschentums und der freien Liebe feststellen muss, dann zweifle ich doch sehr an dem Kurs, auf welchem die westliche Welt herumrudert bzw. gerudert wird. Es gibt wohl immer wieder – wie zu allen Zeiten – Menschen, die hinter die nicht gerade allzu hübsch gestrichene Fassade unserer autokratischen politischen Entscheidungsträger blicken wollen. Bald ist der Fall Barschel aufgeklärt und wird entlarvende Wellen schlagen. Auch neue Nachrichten über die gesunkene U-Einheit Kursk würden mich nicht besonders wundern. Insbesondere auf neue Nachrichten aus Russland überhaupt warte ich gespannt – nicht aus Sensationslust, sondern in Erwartung der Dinge, die da kommen.
Kleiner Witz zur Abrundung: Obama und Putin treffen sich zufällig beim Rauchen auf dem Balkon irgendeiner Botschaft in Afrika aus Anlass eines privaten Staatsbanketts. Obama fällt nichts anderes ein, als Putin Komplimente zu machen: „Mein lieber Wladimir, wenn ich in dein linkes Auge sehe, dann sehe ich die blühenden Landschaften Russlands, die schönen Strände eurer Küsten und eure schönen Menschen.“ Keine Antwort ob dieses diplomatischen Handkusses erwartend zündet er sich eine Havanna an. Putin lächelt und entgegnet dann mit leiser Stimme: „Mein lieber Barrack, wenn ich durch dein rechtes Ohr schaue, sehe ich die gegenüberliegende Wand.“
Darüber kann man lachen oder man lässt es einfach. Es gibt eben Dinge im Leben, die wir nicht ändern können. Dazu gehört die Boshaftigkeit, von welcher wir wissen, dass sie immer einer Versuchung des Teufels entspringt. Man kann dann zwar versuchen, sich eine Nische zu schaffen und den Kontakt zum Reich des Bösen, welches in Unfrieden, Lüge, Hass und Gewalt besteht und sich z. B. in Ritualmorden, Menschenhandel und Abhängigkeiten aller Art äußert, so gering wie möglich zu halten. Menschen, die das tun, werden jedoch vom überwiegenden Teil der Gesellschaft zur Außenseiterrolle gezwungen, weil sie von der „Norm“ abweichen, wenn sie beispielsweise am Aufbau des sozialen Königtums Jesu Christi mitarbeiten wollen, weil sie gesehen haben, dass dies die einzige Antwort auf alle brennenden Fragen der Welt ist. Wenn sich die Welt nur an die 10 Gebote halten würde – wir hätten paradiesische Zustände. So einfach könnte das Leben sein. Allein die Menschen haben es nicht begriffen, da auf Erden eben auch der Fürst dieser Welt herrscht und Gott den Menschen den freien Willen gab, sich ebenso für das Böse zu entscheiden. Die Menschen sind selber schuld, würde der ungläubige Fatalist sagen, begreift aber nicht, dass seit es Menschen gibt, ihnen auch eine Lösung angeboten wird. Zu allen Zeiten wussten die Menschen von Gott. Nur heute ist man klüger – wie lange noch?