Die Diktatur des Genderismus – Die Schaffung des neuen Menschen durch Gender – Teil 1

Von Inge Thürkauf

„Unser letztes Ziel ist jenes von Voltaire[i] und der Französischen Revolution: Die vollkommene Vernichtung des Katholizismus und selbst der christlichen Idee“,[ii] heißt es in „Der ständigen Anweisung der Alta Vendita“, einer italienischen Loge. Doch um die Kirche vernichten zu können, müssen zuerst die familiären Strukturen aufgelöst werden.

Das politische und gesellschaftliche Programm der neuen Ideologie Gender Mainstreaming, auf das sich sowohl die Europäische Union als auch die Vereinten Nationen verpflichtet haben, ist exakt dabei diese Auflösung vorzubereiten. „Durch Zersetzung der Familie, als dem Herd aller patriarchalischen Unterdrückung, vor allem der Versklavung der Frau“ soll die Vatergesellschaft aufgelöst werden, damit wird der Weg freigemacht werden kann für den neuen Menschen, der dann im Paradies des Matriarchats seine neue und endgültige Herrschaft finden wird.[iii]

Die klammheimliche Übernahme unserer Gesellschaft durch Gender Mainstreaming

Das Programm von Gender Mainstreaming scheint die ausgeklügelste Methode zu sein, das Ziel der „Denker“ und „Kämpfer“ des 18. Jahrhunderts zu erreichen. Die gegenwärtig aufgebrochene Diskussion um eine Gender gemäße Neuorientierung sowohl der Geschlechter als auch von Ehe und Familie ist – menschlich gesehen – dazu geeignet, das „Christentum in seiner Gesamtheit“[iv] auszulöschen. Gender Mainstreaming ist ein Projekt, das schleichend sich seit der 4.UN-Weltfrauenkonferenz 1995 in Peking nicht nur in unsere Gesellschaft, sondern auch in die Politik eingeschleust hat, und zwar weltweit, ohne dass sich die Bevölkerung der einzelnen Länder überhaupt darüber bewusst werden konnte. Im Laufe dieser Konferenz hat es sich gezeigt, dass der Begriff „Gender“ eine neue Weltanschauung beinhaltet, die alle Unterschiede zwischen den Geschlechtern relativieren will, d.h. sie nicht als naturgegeben, sondern als gesellschaftsbedingt versteht. „Gender“ unterstellt, dass jede sexuelle Orientierung – heterosexuell, homosexuell, lesbisch, bisexuell und transsexuell – gleichwertig ist und gesellschaftliche Akzeptanz beanspruchen kann, ja sogar muss. Mit anderen Worten: jeder Mensch soll sein Geschlecht selbst wählen können, er soll selbst bestimmen, ob er Mann oder Frau sein will oder das, was immer gerade seinem augenblicklichen Empfinden entspricht, und niemand darf sich dieser freien Entscheidung entgegensetzen, denn dies wäre eine Diskriminierung. „Mainstreaming“ jedoch ist der „Hauptstrom“, mit dem dieses neue Menschenbild durch Politik und Gesellschaft getrieben werden soll.Dieser beliebige Wandel des Geschlechts zielt auf das sensibelste Empfinden des Menschen, auf die Sexualität, und als Zielgruppe dieser Beliebigkeit wurde die Frau ins Visier genommen. Hinter allem steht der Gedanke, sie von jeglichen angeblich naturgegebenen Verhaltensweisen zu befreien. Den Gender-Ideologen war bewusst, dass das von allen überkommenen Vorstellungen befreite „ewig Weibliche“ den Adam „hinanziehen“[v], ihn mitreißen wird in das, was die menschliche Psyche an Unordnung und Perversion in der Lage ist zu bieten.

Der Mensch sei, so das Diktum von Gender, nicht durch natürliche Anlagen festgelegt, sondern, durch das, was die Gesellschaft aus ihm macht, in Anlehnung an den oft zitierten Satz von Simone de Beauvoir: “Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es“.[vi] Dieser Satz ist in seiner Absurdität kaum zu übertreffen und dem gesunden Menschenverstand völlig zuwiderlaufend. Dessen ungeachtet hat er Weltkarriere gemacht, und im radikalen Feminismus konkrete Formen angenommen. Nicht mehr das biologische Geschlecht, die Tatsache, dass der Mensch von Gott als Mann oder als Frau geschaffen wurde, ist von Belang. Die Gender-Ideologen reißen jegliche bisher geltende Normen ein und verwerfen die Differenzierung in Mann und Frau als eine Erfindung des “hetero-sexuellen Patriarchats”, als ein soziales Konstrukt, da jedes Geschlechterverhalten nicht angeboren, sondern erlernt sei. Was seit Anbeginn der Menschheit als “natürlich” und “normal” gegolten hat, die Zuordnung als Mann und Frau, soll nun von gesellschaftlichen Vorstellungen und Bestimmungen abhängen und – dies ist die Bedrohung für Ehe und Familie – durch Umerziehung geändert werden, um das zu kreieren, was zum Planziel materialistischer Biologen, Genetiker und Politiker gehört und schon seit Jahrzehnten vorbereitet wurde: den neuen Menschen, der reif werden soll für die Neue Weltordnung, für die Neue Welteinheitsreligion. Die Umerziehung aber soll schon bei Kleinstkindern, spätestens aber im Kindergarten beginnen.

Die Realität „Gender“

  • Die „Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung“, die dem Familienministerium von Frau Ursula von der Leyen untersteht, hat noch bis vor einem Jahr einen „Ratgeber für Eltern zur kindlichen Sexualerziehung“ herausgebracht (er galt für die Altersgruppe vom 1. bis zum 3., und vom 4. bis zum 6. Lebensjahr), der hunderttausendfach kostenlos (finanziert mit Steuergeldern) verteilt wurde, in dem Eltern, Großeltern oder jene, denen die Pflege der Kinder anvertraut wurden, zur sexuellen Stimulation ihrer Kleinkinder aufgefordert wurden.[vii]
  • In einer Schule in New York hat sich im Jahre 2006 ein Lehrer so sehr mit dem Wesen des Weiblichen identifiziert, dass er sich entschloss, eine Frau zu werden. Er ließ sich umoperieren und erschien in der Schule als Frau gekleidet mit der Aufforderung, ihn in Zukunft mit Missis und keinesfalls mehr mit Mister anzusprechen, er würde sich sonst sehr diskriminiert fühlen. Eltern, die ihren Kindern diese transsexuelle Erfahrung ersparen und sie in einer Parallelklasse unterbringen wollten, mussten sich sagen lassen, dass sie damit den ehemaligen Mister diskriminieren würden.[viii]
  • Im Bundesstaat Colorado in den USA wurde durch Gesetz verfügt, dass an öffentlichen Orten nur noch gleichgeschlechtliche Toiletten existieren dürfen. [ix]
  • Und in Kalifornien hat der dortige Gouverneur Arnold Schwarzenegger im Oktober 2007 ebenfalls ein Gesetz unterzeichnet, das den Jungen erlaubt, in den öffentlichen Schulen die Toilettenräume der Mädchen zu benützen und die Mädchen jene der Jungen, wenn ihnen danach zumute ist. Sie dürfen keineswegs gehindert werden, dies zu tun. Der Präsident der „Kampagne für Kinder und Familie“ bemerkt dazu: Damit hat Arnold Schwarzenegger uns jenen ausgeliefert, die unsere Kinder den alternativen sexuellen Lebensstil aufdrängen wollen. Es ist eine dreiste Attacke gegen die traditionellen Werte der Familie.[x]
  • Unter dem gleichen, von Schwarzenegger verabschiedeten Gesetz wird außerdem alles ausgeschlossen, was sich gegen Gender richten könnte, darunter gehören Homosexualität, Bisexualität und andere sexuelle Praktiken sowie das oben geschilderte Wechseln des Geschlechts und damit der Kleider von Mister zu Missis und umgekehrt, der „Fachausdruck“ dafür heißt cross-dressing. Auch wird die Literatur in den Schulen durchforstet, ob sie nicht in irgendeiner Weise diskriminierende Vorgänge beschreibt, wie z.B. die Hochzeit zwischen einem Mann und einer Frau oder die Schilderung der Tatsache, dass der Mensch als Mann und als Frau geboren wird, und nicht als irgend etwas dazwischen. Wer sich gegen diese Selektierung der Lehrbücher wehrt, wird als „rassistisch“ oder „sektiererisch“ diffamiert.[xi]
  • Das Oberste Gericht in Kalifornien hat einer lesbischen Frau Recht gegeben, die zwei Ärzte verklagte, weil diese sich geweigert haben, an ihr eine Fruchtbarkeitsbehandlung vorzunehmen. Sie begründeten ihre Weigerung mit ihrer religiösen Überzeugung, die ihnen verwehre, einer Homosexuellen zu einem Kind zu verhelfen. Das Gericht befand, dass Religionsfreiheit wohl durch die Verfassung geschützt sei, dies jedoch die Diskriminierung einer Lesbierin nicht rechtfertigen dürfe. Ärzten ist es daher nicht länger erlaubt, homosexuellen Patienten aus religiösen Gründen eine Behandlung zu verwehren. [xii]

Damit solche Szenarien wirksam werden können, bedarf es geistiger Umwälzungen, die Schritt für Schritt das Denken des Menschen – meist unbemerkt – verändern. Auch “Gender-Mainstreaming” hat seine Geschichte, deren Kenntnis dazu beitragen kann, dessen Wesen besser zu erfassen. Die folgenden Ausführungen mögen helfen, die gegenwärtig aufgebrochene Diskussion um eine Entwicklung, die tief in das Wertefundament unserer Gesellschaft eingreift und dabei ist, dem Christentum – menschlich gesehen – den Todesstoß zu versetzen, in einem größeren Zusammenhang zu sehen.


Anmerkungen:

[i] Voltaire prägte in seinem unversöhnlichen Hass gegen die Kirche das Wort: Ècrasez l’infâme! – Löscht sie aus,

die Verruchte!

2 John Vennari: Die Ständige Anweisung der Alta Vendita, Rex Regum Verlag, 2000, S. 14.

3 Gottfried Künstlen: Der neue Mensch, Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, 1982.

[iv] Marilyn Ferguson: Die sanfte Verschwörung, Basel, 1982.

[v] Johann Wolfgang von Goethe: Faust, Gesammelte Werke, Bd. II, S. 362.

[vi] Simone de Beauvoir: Das andere Geschlecht Hamburg TB 1968.

[vii] Dank dem Mut der deutschen Wochenzeitung „Junge Freiheit“ einen Artikel der ebenso mutigen Gabriele Kuby abzudrucken, die diesen widerwärtigen „Ratgeber“ entlarvte, wurde die Öffentlichkeit auf diesen Skandal aufmerksam und Frau von der Leyen musste die Broschüre zurückziehen.

[viii] Gabriele Kuby: Die Gender Revolution, Kißlegg 2006, S.51.

[ix] dito

[x] Paul M. Weyrich in Newsmax.com vom 26. Oktober 2007.

[xi] dito

[xii] Vision 2000, September 2008.

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