die musikalischen „Geschmäcker“ sind wohl verschieden: Der eine liebt Gregorianik und Polyphonie, der andere Klassik, der Nächste Romantik und wieder ein anderer seine heimatliche Volksmusik. Das war schon immer so und das wird wohl auch immer so bleiben. Hauptsache, die Musik ist gut und schön. Eines aber ist allen Musikstücken gemeinsam, egal aus welcher Richtung die Komposition stammt, die unsere KJBler anhören: Es gibt eine tragende Melodie, die durch das Stück führt, es gibt Noten, nach denen sich die anderen Noten richten, die die Melodie zur Harmonie ergänzen und zum Vollklang des Ganzen vollenden. So wird dann ein schönes Musikstück – ein Hymnus, ein Oratorium, eine Symphonie oder ein Volkstanz daraus. Es gibt also immer bestimmte oder bestimmende Vorgaben, nach denen sich andere richten müssen, damit alles zusammenpasst und harmoniert. Das muss so sein, das muss so bleiben. Wenn das nicht mehr gegeben ist, dann bleibt von schöner Musik nichts mehr übrig, dann gibt es nur noch Missklänge (moderne Kompositionen), Buschgetrommel (Rockmusik) und aneinandergereihte Wort- und Satzstücke ohne wahre Tiefe und guten Inhalt (Rap). Wir wollen das nicht, weil wir schöne Musik lieben und schätzen, nicht wahr!
Bereits seit Sommer letzten Jahres tagt das erste Konzil der Christen in Jerusalem, zu dem sich die Vorsteher der christlichen Gemeinden zusammengefunden haben. Viele der Anwesenden waren mit Jesus, dem Gekreuzigten, persönlich bekannt und befreundet. Die Diskussionen drehen sich derzeit um die zentrale Frage: Müssen sich zu Jesus Christus bekehrende Nichtjuden zwangsläufig beschneiden lassen? Im Laufe der Verhandlungen haben sich bislang drei Parteien herauskristallisiert: die Partei des Jakobus, der die Ansichten der Judenchristen vertritt und somit für die Beschneidung argumentiert, die Gegenpartei des Paulus, der allein dem Glauben an Christus die Kraft zuschreibt und die zwischen beiden vermittelnde Partei des Petrus.
DGW: Herr Paulus von Tarsus, Sie sind einer der Wortführer hier auf dem ersten Konzil der Christen, bei dem die Frage der Beschneidung für die Zugehörigkeit zu den Christen das zentrale Thema ist. Würden Sie etwas zu Ihrer Person sagen?
Paulus: Seit nunmehr 15 Jahren gehöre ich dem Glauben an Christus Jesus an und bin derzeit missionarisch tätig in Syrien, Galatien, Pamphylien und Zypern. Vor meiner Bekehrung war ich Jude, genauer Pharisäer, und besitze seit meiner Geburt das römische Bürgerrecht.
DGW: Wie sieht die Organisation der Jugend in anderen Ländern aus?
Pater Niklaus Pfluger: Die ist, außer eben im deutschen Sprachraum und in Frankreich, gewissermaßen nicht existent. In den Philippinen gibt es Ansätze, die schöne Früchte zeigen, aber sonst fällt mir jetzt so ganz spontan nichts ein. Die jeweiligen Oberen sind sich größtenteils dieses Mangels bewusst. Aber die riesigen Distanzen machen eine organisierte Jugendarbeit praktisch unmöglich. Man darf auch nicht vergessen: Nirgends auf der ganzen Welt sind die Kapellen und Priorate so dicht gestreut wie in der Schweiz, Deutschland und Frankreich. Wenn zu den für unsere Verhältnisse unvorstellbaren Distanzen auch noch Armut wie in Mexiko oder Südamerika hinzukommt, dann ist eine strukturierte Bewegung praktisch unmöglich. Zudem sind unsere Priorate in vielen Ländern quasi Missionsstationen, das heißt weit und breit ist nur ein einzelnes Priorat vorhanden, die Kapellen sind verstreut.
Nochmals Indien: in diesem Land mit einer Bevölkerung von 1,2 Milliarden Menschen betreuen vier Priester, ein Ordensbruder und zwei Schwestern ca. 1000 Gläubige der Tradition. Im Vergleich zu Österreich: Da betreuen zehn Priester etwa 600 Gläubige. Die Nord-Südausdehnung beträgt in Indien 3214 km, die Ost-Westausdehnung knapp 3000 km. Man begreift, dass bei solchen Dimensionen regionale KJB-Treffen eher schwer zu organisieren sind – ganz abgesehen von der Qualität der Straßen…
heute an meinem 9. Weihetag zum Priester möchte ich euch mal wieder schreiben. Jeden Tag bete ich bei der hl. Messe für alle KJBler. Darf ich bei dieser Gelegenheit auch um euere Gebet für die Priester bitten?
Die Priesterweihe in Zaitzkofen war ein großes Ereignis. Es waren viele Gläubige, Journalisten und viele Fahnenträger, auch aus den Reihen der KJB, anwesend. Das war mal wieder eine Gelegenheit Flagge zu bekennen und der Öffentlichkeit zu zeigen, dass die Tradition lebt. Wie es im Werte- und Glaubenskampf in den nächsten Jahrzehnten weitergeht, hängt zum großen Teil von euch ab, denn die Jugend ist die Zukunft des Landes. Darum sollt ihr ganze Katholiken/KJBler sein.
DGW: In Frankreich gibt es eine ähnliche Jugendorganisation wie die KJB. Was unterscheidet die MJCF grundsätzlich von der KJB?
Pater Niklaus Pfluger: Die MJCF ist älter als die KJB, und sie ist auch ganz anders strukturiert. Immer wieder wurde versucht, im deutschen Sprachraum eine ähnlich erfolgreiche Jugendarbeit aufzubauen wie in Frankreich, wo sehr viele Berufungen und katholische Familien aus dieser Bewegung hervorgegangen sind. Die MJCF hat eine viel klarere und sicher auch eine besser strukturierte intellektuelle und auch spirituelle Formung der Jugendlichen, vor allem der Verantwortungsträger. Von Anfang an war die Bewegung zentral auf die Bekehrung der Jugend ausgerichtet, was in beeindruckender Weise gelungen ist. Erst vor kurzem erzählte mir ein Priester, der in einem sogenannten Jugendlager die geistliche Betreuung übernommen hatte, dass gut ein Drittel der Teilnehmer von außerhalb der Tradition kam und sich in diesen Tagen des Lagers wirkliche Bekehrungen zugetragen haben. Was diesen Priester besonders beeindruckt hat, ist das hohe geistige und geistliche Niveau jener Leiter und Jugendlichen, die schon länger als ein, zwei Jahre bei der MJCF sind. Diese Erfahrungen sind kein Einzelfall.