KJB-Deutschlandtreffen in Rheinhausen
Verfasst von dergeradeweg am 28. April 2008
Rheinhausen, 26./27. April – Wieder einmal war es so weit. Schätzungsweise 120 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 25 (mit wenigen Ausnahmen) griffen zu ihren Koffern und packten ihre Sachen für das anstehende KJB-Deutschlandtreffen. Die lang herbeigesehnte und nur einmal im Jahr stattfindende Zusammenkunft stand vor der Tür! Und die heitere Stimmung sowie Unmengen von Energie sorgten dafür, dass man das Wochenende noch lange in Erinnerung behalten wird.
Am Samstagvormittag gegen 10 Uhr wurde das Treffen durch ein feierliches Hochamt von Pater Gensbittel eröffnet, dem ein Imbiss folgte. Da keiner der Anwesenden wusste, was der Nachmittag an Herausforderungen mit sich bringen würde (es stand ein „Überlebens-Trainingscamp“ auf dem Programm), galt das Motto: „vorher nochmals kräftig Energiereserven zu sich nehmen“. Ein dafür zubereitetes Buffet war zum Verzehr freigegeben.
Nach leiblicher Stärkung folgte das Einteilen der Jugendlichen in verschiedene Mannschaften. Nachdem die Gruppenführer ihre Mitglieder zusammengetrommelt und über Aufgaben und Ziele der Waldrallye informiert hatten, konnten die einzelnen Posten in Angriff genommen werden. An den einzelnen Stationen mussten die KJBler ihre Geschicklichkeit in mehreren Facetten unter Beweis stellen und damit wertvolle Punkte sammeln.
Bei dem mit viel Aufwand und einer gehörigen Portion Kreativität inszenierten „Überlebenstraining“ im Rheinwald, der gerade sein schönstes Frühlingskleid angezogen hatte, gab es viel Spaß, aber auch einige vorhergesehene und unvorhergesehene Hindernisse. Das machte aber nichts, denn schließlich mussten alle KJBler ihren natürlichen Wurzeln nachspüren und ihre Überlebensfähigkeit in der Wildnis testen und trainieren, da kamen unvorhergesehene Hindernisse gerade Recht. Schließlich sollte die organisierende Gruppe ruhig auch noch etwas zu schwitzen haben.
Die Palette der Aufgaben war breit gefächert: Angefangen von einfachen Übungen wie dem Bau eines Basislagers, an dem mit einer riesigen Zweimannsäge Holz gesägt werden musste, der Zubereitung von Proviant, Erste Hilfe in der Wildnis, bis hin zum Herstellen einer Waffe war alles geboten. Selbst Angeln nach dem seltenen Bierfisch stand auf dem Programm. Später folgte die Jagd mit selbstgebautem Pfeil und Bogen auf eine Wutz (in Süddeutschland geläufiges Synonym für Schwein), dies sollte das Abendessen sichern. Auch die mühsame Überquerung eines reißenden Flusses, mit Hilfe einer Seilbrücke, war gefragt. Bei dem wunderschönen Frühlingswetter störten auch einige nasse Kleider kaum, die an dieser Station nicht ganz zu vermeiden waren.
Als letzte Teildisziplin standen Gruppenweitsprung und die Zähmung des Wisents mittels eines Lassos, der das europäische Pendant zum amerikanischen Büffel darstellt, auf dem Programm. Die Tatsache, dass der „Büffel“ mehr einem abgeschnittenen Baumstumpf als seiner Bezeichnung ähnelte, bereitete der aufkommenden Stimmung keinen Abbruch. Außerdem gab es noch ein paar Fragen, die sich auf den Wald und die Umgebung bezogen und ohne deren Kenntnis der Mensch in der Wildnis faktisch verloren wäre. Auf den Spuren von Robinson Crusoe oder Indiana Jones waren der Fantasie also kaum Grenzen gesetzt. Zu einem richtigen Überlebenstraining gehörten schließlich – so die Organisatoren – Kenntnisse aus allen Gebieten.
Sport und Spiel wurden am späten Nachmittag von Entspannung bei Kaffee und Kuchen abgelöst. Gegen 18 Uhr traf man sich wieder in der St.-Michaels-Kirche zum Rosenkranzgebet. Der bunte Abend nach dem Abendessen stellte einen weiteren Höhepunkt dar, der die Müdigkeit der Teilnehmer vergessen ließ. Unter der Moderation von Markus Müller wurden die bereits am Nachmittag arg strapazierten Gruppen mit neuen Aufgaben eingedeckt.
Vor den Augen einer strengen (!) Jury galt es Dialektspiele und Kochkünste zu präsentieren, sowie einen Sängerwettstreit für das Projekt eines „KJB-Deutschland-Liedes“ zu bestehen. Der Zeitdruck erschwerte die Bedingungen und forderte die Kreativität der Mitglieder noch einmal aufs Äußerste. Die Mannschaft um Tobias Kroth konnte schließlich als Sieger ermittelt und am Ende des Abendprogramms auf der Bühne beglückwünscht werden.
Bevor es ins Bett ging, wurde ein gemeinsames Abendgebet zum himmlischen Vater gesprochen und für das schöne Zusammensein gedankt. Anschließend gab es noch die Möglichkeit, sich in Gesprächen auszutauschen und Freundschaften zu pflegen, bevor man sich doch müde und erschöpft in die Schafsäcke zwängte.
Der Morgen kam schneller als erwartet. Nach dem Morgengebet mit Betrachtung wurde das Frühstück eingenommen, dem ein interessanter Vortag von Pater Gensbittel folgte. Der Prior der St.-Michaels-Kirche in Rheinhausen referierte ausführlich über die katholischen Glaubenskriege gegen die Türken: angefangen von Karl Martell, über die Schlacht bei Lepanto, die Schlacht am Kahlen Berg bei Wien, bis hin zum Genozid an den christlichen Armeniern – alle wichtigen Schlachten und Kriege wurden erwähnt.
Dabei hatte Pater Gensbittel nicht etwa die Absicht, primär das Allgemeinwissen ein wenig zu erweitern. Bei seinen Erläuterungen brachte er immer wieder an, in welch jungen Jahren die christlichen Heerführer die Schlachtformationen anführten und ganze Armeen kommandierten. Offiziere zwischen 20 und 25 vermochten dank der übernatürlichen – im täglichen Gebet erflehten – Gnaden, Siege in praktisch aussichtslosen oder bereits verloren geglaubten Gefechten zu erringen.
Im Anschluss zelebrierte Pater Gensbittel das sonntägliche Hochamt und vertiefte in der Predigt noch einmal die zuvor in seinem Vortrag aufgeworfenen Gedanken. Nach dem Mittagessen war schnell die Zeit des Abschieds gekommen. Wer nach dem Kaffee wegen des weiten Weges noch nicht nach Hause musste, dem wurde eine Führung durch die erst kürzlich fertiggestellte St.-Michaels-Kirche angeboten.
Diese Tage waren etwas ganz Besonderes, die meisten waren sich einig, dass es ein ereignisreiches und unvergessliches Wochenende war. Viele hoffen, dass es bald wieder so schöne Tage des Zusammenseins im Kreis der KJB-Jugend geben wird. Die nächste Möglichkeit dazu wird das Christkönigstreffen in der Ostschweiz sein.
Dank gilt allen, die dieses Wochenende möglich gemacht haben. Auf ein Nächstes!
Mehr Bilder unter: http://home.arcor.de/tobiaskroth/dtreffen08/