Der Gerade Weg

Informationsportal der Katholischen Jugendbewegung

Editorial 1/2008

Verfasst von dergeradeweg am 12. April 2008

Liebe KJBler

Mit dieser Nummer präsentiert der DGW einige Neuerungen, welche die Attraktivität und Lesbarkeit unserer Zeitschrift weiter verstärken sollen. Die Rubriken wurden neu definiert, was die Verständlichkeit optimieren soll. Im nebenstehenden Kästchen können die erstmaligen Ressorts und die darin entsprechend publizierten Artikel eingesehen werden. Außerdem wurden auch sanfte Veränderungen am Layout vorgenommen. Mit diesen Verbesserungen bedankt sich die Redaktion bei allen Lesern für das kontinuierlich steigende Interesse. Aus Kostengründen mussten allerdings farbliche Abstriche vorgenommen werden, da die Finanzierung des DGW ob der steigenden Rohstoffpreisen immer kostspieliger wird.  Bis die pekuniäre Sanierung abgeschlossen ist, wird nur noch die Titelseite colorisiert sein. Wir bitten um Verständnis und vorallem um ihre finanzielle Unterstützung!

Wie ich bereits in der Jubiläumsausgabe (3/2007) ankündigte, wird in dieser Ausgabe über das Leben und Wirken von Dr. Fritz Gerlich berichtet, der den ersten DGW verfasste. In dieser Zeitung setzte sich Gerlich in kritisch-polemischer Weise mit dem heraufziehenden Dritten Reich und seinen Protagonisten, allen voran Adolf Hitler selbst, auseinander. Die Zeitung, die Gerlich mit der Unterstützung einflussreicher Freunde gegründet hatte, erreichte 1932/33 eine Auflage von 100.000 Exemplaren.

„Der Gerade Weg“ wurde nicht nur von den Gegnern des Nationalsozialismus gelesen – auch Adolf Hitler beobachtete sorgfältig das Wirken seines journalistischen Widerparts. Der 1883 in Stettin geborene Fritz Gerlich stieg nach dem Weltkrieg als Chefredakteur der Münchner Neuesten Nachrichten (heute Süddeutsche Zeitung) zu einem der einflussreichsten Journalisten Süddeutschlands auf. Aus nächster Nähe beobachtete und kommentierte er den Aufstieg Hitlers und der NSDAP in München.

Nach seiner Konversion zum katholischen Glauben gründete er 1930 mit der Unterstützung einflussreicher Freunde die Wochenzeitung Der Gerade Weg, in der er in scharfer Form gegen die großen „Ismen“ der Zeit anschrieb:

 

  •   Nationalsozialismus
  •   Kommunismus
  •   Antisemitismus

Am Tag der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Bayern, dem 9. März 1933, wurde die Redaktion des Geraden Wegs in München durch die SA gestürmt. Gerlich wurde misshandelt, verhaftet und am 30. Juni 1934 – anlässlich des „Röhm-Putsches“ – im KZ Dachau umgebracht. Näheres zu seiner Biographie kann in der Kulturrubrik „Feuilleton“ nachgelesen werden.

Um zur christlichen Vollkommenheit zu gelangen, muss man sich um den Erwerb fester Tugenden bemühen. Diese sind die Tätigkeitsprinzipien, mit deren Hilfe wir leicht auf dem Weg gehen können, der zu unserem Ziel führt, denn die Tugenden geben uns eine dauerhafte Geneigtheit oder überhaupt erst die Fähigkeit, das Gute zu tun. Pater Matthias Gaudron hat in der Rubrik „Brennpunkt“ einen Artikel über die Kardinaltugenden im Allgemeinen und über die Klugheit im Speziellen für den Geraden Weg verfasst. Eine Fortsetzung, in der auch noch die anderen drei Kardinaltugenden ausführlich besprochen werden, wird in kommenden Ausgaben erscheinen.

 

MB-Spezial: Vier Reportagen aus vier Ländern von drei Kontinenten: Diese ausgesuchte Berichterstattung stellt einen weiteren inhaltlichen Schwerpunkt dar. Deutschsprachige KJBler informieren über ihre Sprachaufenthalte an Schulen der Priesterbruderschaft St. Pius X. Wieso ein Auslandsaufenthalt? Ganz einfach: Sprachen zu erlernen ist heute schon fast ein Muss. Für gewisse Studiengänge oder Berufe ist sogar ein Mindestsprachniveau erforderlich und die meisten Arbeitgeber setzten Fremdsprachkenntnisse voraus. Bei der Auswahl des Führungsnachwuchses eines modernen Unternehmens sind dabei wichtige Entscheidungskriterien geworden:

  • Auslandserfahrung
  • Vielsprachigkeit, Fremdsprachenkenntnisse
  • Interkulturelle Kompetenz

 

Mit einem Auslandsaufenthalt könnt Ihr, liebe KJBler, einen besonderen Pluspunkt in Eurem Lebenslauf eintragen, beweist Ihr doch Eigenständigkeit, Anpassungsfähigkeit und Handlungskompetenz. Auch für die Persönlichkeitsentwicklung ist ein „Blick über den Tellerrand“, die Sprachperfektionierung und neue Freundschaften von unschätzbarem Wert. Investiert in Eure Zukunft! Fremde Kulturen kennenlernen und Sprachpraxis trainieren: Möglichkeiten, einen Auslandsaufenthalt zu gestalten, gibt es viele – auch im Rahmen der Priesterbruderschaft St. Pius X., die ein dichtes Netzwerk von Schulen auf allen Kontinenten betreibt. In dieser Ausgabe wurde versucht, einen kleinen Einblick zu geben.

 

Außerdem zu lesen in dieser Ausgabe: „Was du tust, tue es ganz“ – „Age, quod agis“ – ein Artikel zur Jahreslosung 2008 vom deutschen KJB-Priester, Pater Georg Kopf. Immer wieder ist von Wertewandel und Werteverfall die Rede. Markus Müller, DGW-Korrespondent ist der Sache in einer Analyse auf den Grund gegangen. „Ist es für mich gut, das Internet zu nutzen?“ – dieser Frage ging Pater Andreas Mählmann nach und bietet zusammen mit Dieter Volkerts praxisorientierte Lösungsvorschläge dieser doch gravierenden Problematik an.

 

Ich wünsche Euch viel Freunde bei der Lektüre des Geraden Weges.

 

Euer Matthias Schäppi, Chefred. DGW