Ursula von der Leyen und das Humankapital
Nach jahrzehntelanger Verdrängung ist die demographische Entwicklung im Bewusstsein der Öffentlichkeit und der politischen Klasse zum relevanten Thema geworden: Die Alterung der Gesellschaft bedroht existenziell die Stabilität der sozialen Sicherungssysteme. Da die seit Jahren konstant niedrigen Geburtenraten aufgrund des begrenzten Integrationspotenzials jeder Gesellschaft nicht allein durch Zuwanderung ausgeglichen werden können, ist die Erhöhung der Geburtenraten zum Überlebensimperativ unseres sozialen Systems und zum erklärten Ziel der Familienpolitik geworden. Lange Zeit wurde gegen jede politische Maßnahme zur Geburtenförderung sofort der ideologische Vorwurf eines völkischen Natalismus [Geburtenförderung zum Zweck des Volkserhalts, Anm. d. Red.] ins Feld geführt.
Die Familienpolitik verfolgt heute nicht mehr den Schutz der Familie als Selbstzweck, als gottgewollte Institution des menschlichen Lebens, sondern sie tritt zunehmend als rentenpolitisches Instrument auf: Die Unterstützung der Familie scheint nicht primär darauf ausgerichtet zu sein, den Kindern die optimalen Bedingungen für eine gesunde Entwicklung und den Eltern ein erfülltes Leben als Vater, Mutter und Ehegatte zu ermöglichen, sondern sie dient in erster Linie ökonomischen Zwecken, nämlich vor allem der „Produktion“ von Kindern als künftigen Beitragszahlern. Die „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ und der Ausbau der außerfamiliären Kinderbetreuung werden u. a. deshalb von nahezu allen Parteien als Inbegriff der Familienförderung propagiert[1], weil die Stabilität der Rentenversorgung einerseits höhere Geburtenraten erfordert, der Staat andererseits nicht auf die Berufstätigkeit der Eltern und damit auf ihre Steuerbeiträge verzichten möchte[2]. Die marktwirtschaftlichen Anforderungen maximaler Mobilität und Flexibilität der Erwerbstätigen sind jedoch nur zulasten der Familien und vor allem zulasten der Kinder zu verwirklichen. Die Negativfolgen insbesondere frühkindlicher Krippenerziehung für die kindliche Entwicklung und auch die Bedürfnisse der Eltern, insbesondere der Mütter, welche die Berufstätigkeit in den ersten Lebensjahren ihrer Kinder oftmals als strapaziöse Doppelbelastung empfinden, bleiben politisch unberücksichtigt – Kinder wie Eltern werden auf diese Weise zu volkswirtschaftlichen Faktoren, zu „Humankapital“ degradiert. Mehr …
Medjugorje – Lügennetz und Sündenpfuhl (4. und letzter Teil)
von Friedrich Reusch, KJB St. Martin, Schwäbisch Gmünd
Kath.net – eine vergiftete Linzer Torte
Die katholische Zeitungspresse ist lau geworden; deutschsprachige Diözesanblätter sind oft nichtssagend bis glaubensgefährdend. Im Internet gibt es immerhin Angebote, die die entstandene Lücke zu füllen versuchen. Zweifellos ist unter diesen privaten Angeboten die Nachrichtenseite kath.net, die von Linz in Österreich aus betrieben wird, noch die „salonfähigste“, da sie teilweise redaktionell oder wenigstens ideell von kirchlichen Würdenträgern unterstützt wird: Am ehesten wird noch aus kath.net zitiert. Dadurch erhält die Seite den Anschein einer Objektivität und Unbedenklichkeit, die sie vielfach nicht aufweist. Speziell Artikel über die Priesterbruderschaft St. Pius X. entbehren regelmäßig jeglicher Objektivität. Was unser Thema anbetrifft und nach allem, was wir bis jetzt darüber wissen, muss gesagt werden, dass kath.net hier eine erhebliche Rolle spielt. Seit Jahren lässt die Seite Werbeanzeigen schalten, die für die mit Medjugorje verbundene Tourismusindustrie werben. „Silvester in Medjugorje“ heißt es da zum Beispiel. Das ist natürlich fast so gut wie „Silvester am Ballermann“ [dekadentes Strandszenelokal für deutsche Billigurlauber an der Platja de Palma auf Mallorca, Anm. d. Red.]. Auf der der Seite angeschlossenen Internet-Enzyklopädie kathpedia gibt es zudem einen schönfärberischen Beitrag über Medjugorje, der dem Ort und seinen Phänomenen eine faktische Unbedenklichkeitsbescheinigung ausstellt. Woran liegt das? Vermutlich schlicht daran, dass die Betreiber der Seite um Chefredakteur Roland Noe selbst schon in Medjugorje waren, dort eine im Vergleich zur Kirche Österreichs (wen wundert es?) sehr lebendige und „hoch frequentierte“ Sakramentenspendung gesehen haben und diesen Ort nun als große Hoffnungsquelle sehen. Ist ihnen das zum Vorwurf zu machen? Zunächst einmal sicherlich nicht. Doch ist es nicht für Medienschaffende eine Pflicht, sich mit solchen strittigen Phänomenen differenziert auseinanderzusetzen? Die Umtriebe in Medjugorje dauern nun einmal schon fast 30 Jahre an, und die von uns gezeigten mafiösen Strukturen, unter denen sie entstanden und hochgepuscht worden sind und die den kath.net-Betreibern auch bekannt sein sollten, müssten doch eigentlich jeden nachdenklich werden lassen. Vor allem merken kath.net & Co. gar nicht, wie erpressbar sie sich durch ihr verkrampftes Festhalten an Medjugorje machen. Da unter allen Umständen eine kirchliche Anerkennung Medjugorjes durchgedrückt werden soll, schweigt die Medjugorje-Internationale zu tatsächlichen kirchlichen Problemen, um den jeweils zu beeinflussenden Purpurträger nicht zu vergrämen. Da wird nicht auf die Barrikaden gegangen gegen Hrdlicka-Blasphemien im Wiener Dommuseum, dafür kommt der Kardinal dann mal in den Wiener Stephansdom zu einem großen Medjugorje-Treffen inklusive Live-Erscheinung – so geschehen am 15. September 2009. Die Seherin Marija Pavlović-Lunetti war zu diesem Anlass angereist und präsentierte dann auch gleich ihre Erscheinung live, sie war dazu dick geschminkt mit der Frisur einer alternden Schlagersängerin gekommen, und auch ihr weit ausgeschnittener schwarzer Hosenanzug erinnerte eher an den Grand Prix der Volksmusik als an eine glaubwürdige Marienerscheinung. So weit ist das Niveau im Wiener Stephansdom gesunken: Wo vor ein paar Jahrzehnten noch der legendäre Domprediger Karl Raphael Dorr das katholische Wort schallend und kompromisslos verkündete, finden heute Homosegnungen von Dompfarrer Toni Faber oder skurrile „Erscheinungsshows“ statt. Gekommen war übrigens jene Pavlović, die im Sommer 1988 öffentlich zugab, der Muttergottes falsche Worte in den Mund gelegt zu haben.[1] Letztendlich wird alles aus der herzegowinischen Perspektive bewertet. Geben wir uns keiner Illusion hin: Eine kirchliche Gemeinschaft, die nicht „medjuphil“ ist, hat bei kath.net keine Chance. Zur Verifikation seien hier zwei Beispiele angeführt: Kurze Zeit nach dem Tod des Gründers der Servi Jesu et Mariae (SJM), Pater Andreas Hönisch, brachte kath.net einen rufschädigenden und niveaulosen Nachruf, der vorher im eher bedeutungslosen PUR-Magazin veröffentlicht worden war.[2] Das Ganze war übrigens mit einer entwürdigenden Überschrift übertitelt, in der schlicht von einem „Andreas Hönisch“ die Rede war. Was aber war Pater Hönischs Fehler? Der Nachruf liefert die Antwort: „Auch seine entschiedene Ablehnung der Marienerscheinungen in Medjugorje hatte ihn in den letzten Jahren in Distanz zu engagierten katholischen Jugendlichen und neuen kirchlichen Bewegungen gebracht, sodass Hönisch in den letzten Jahren an den religiösen Neuaufbrüchen katholischer Jugendgruppen kaum mehr beteiligt war.“[3] Wer, wie Pater Robert Bösner OSB Pater Hönisch besser kannte und wusste, wie sehr er sich gerade für seine Jugendgruppen bis zuletzt verzehrt hatte, war zurecht über derart üble, zumal posthume Nachrede skandalisiert. Pater Bösner veröffentlichte sodann auch eine Stellungnahme zu der pietätlosen Kampagne.[4] Darin wies er auch darauf hin, dass die Bezeichnung „Marienerscheinungsort“ für Medjugorje nicht erlaubt sei. Mehr …
Skilager in Lienz 2010 – Noch Plätze frei!!!
Liebe KJBler & Wintersportler,
Vom 14.02. – 20.02.2010 findet in Lienz/ Tirol wieder ein Skilager für alle KJBler und an der KJB interessierten jungen Leute (im Alter von 18 – 29 Jahren) statt.
Es können sowohl langjährige Skifahrer und Snowboarder, als auch Anfänger daran teilnehmen.
Medjugorje – Lügennetz und Sündenpfuhl (Teil 3)
von Friedrich Reusch, KJB St. Martin, Schwäbisch Gmünd
Man stelle sich einmal vor, ein guter Bekannter käme zu uns und erzählte von seiner neuen Geldanlage: Diese sei sehr ordentlich, werfe einige Renditen ab und sichere seinen Wohlstand. Verwundert über eine solche Oase so kurz nach der Bankenkrise fragen wir nun skeptisch unseren Freund, woher sich denn eine solche Geldquelle auftue. Unser Kamerad antwortet nun, dass darüber die Meinungen auseinandergingen, und nennt den Namen des Geldinstituts. Erschrocken fragen wir nun, ob es denn nicht wahr sei, was man über ebendieses gehört habe: schwarze Konten, Verquickungen mit der Kriegsindustrie und Ähnliches. Wir sagen ihm, so etwas könne sich böse rächen. Etwas beschämt und hüstelnd, jedoch einigermaßen beleidigt antwortet unser Kamerad nun, davon habe er zwar auch gehört, aber das sei doch engstirnig, man solle doch einfach diese Quelle nützen, die nun so plötzlich in Zeiten finanzieller Engpässe sprudle.
Liebe KJBler, wer von euch würde so mit seinem Geld umgehen? Und weiter frage ich: Wie sieht es in geistlichen Dingen aus? Ist es hier nicht unendlich mehr geboten, nach den Wurzeln einer jeden Bewegung zu schauen und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen? Ist dieses Beispiel nicht in nahezu analoger Weise auf unser Thema anzuwenden? Bezogen auf unser Thema „Medjugorje“ haben wir im ersten Teil meines Beitrages gesehen, dass man wohl sagen kann, dass die Anfänge der Erscheinungen der Wahrhaftigkeit entbehren und insbesondere einige Aussagen der Erscheinung nicht auf rechtgläubigem Boden stehen. Nachvollziehbar ist also die Weigerung einiger Unterstützer des Ortes, die „Leichen im Keller“ von Medjugorje zur Kenntnis zu nehmen. Werfen wir im zweiten Teil daher einen Blick auf die seltsamen Früchte, die die Vorgänge in Medjugorje mittlerweile gezeitigt haben. Schauen wir gleichzeitig nach Wegen, wie eine echte spirituelle Suche, die ja tatsächlich viele Katholiken nach Medjugorje treibt, so kanalisiert werden könnte, dass diese Suchenden einst wirklich die Schönheit und Fülle des integralen katholischen Glaubens kennenlernen dürfen, statt religiöser Spielball nebulöser Gemeinschaften zu werden, deren Verwurzelung und Ziel äußerst fragwürdig sind.
Brief der Leitung der Katholischen Jugendbewegung in Deutschland an ihre Mitglieder – Nr. 1/2010
zum Neuen Jahr die besten Segenswünsche. Möge der liebe Gott eure Wünsche in Erfüllung gehen lassen und euch viel Kraft und Mut für den katholischen Weg im Jahr 2010 schenken!
Wollen wir im natürlichen und übernatürlichen Leben Fortschritte machen, sind wir aufgerufen zum Jahreswechsel über den Vorsatz nachzudenken.
- Wie hielt ich meinen alten Vorsatz ein? Nehmen wir uns jetzt – während wir diese Worte lesen – 3 Minuten Zeit und denken scharf nach, wie es so ging.
- Was möchte ich mir neu vornehmen? (Da braucht es ein paar Minuten mehr!)
Wie schon letztes Jahr schreibe ich euch einige Anregungen zum Jahresvorsatz!
Jeder von uns hat zu Beginn eines neuen Jahres Wünsche und Ziele. Warum dennoch die meisten mit der Zeit auf der Strecke bleiben, hängt vor allem an den folgenden drei Umsetzungs-Bremsen:
- - Man nimmt sich zu viel vor – so dass ein eher ungeordnetes Sammelsurium an Wünschen und Vorsätzen entsteht.
- - Die Vorsätze bleiben ein wenig „schwammig“ im Wunsch-Stadium stecken – sie werden nicht als konkrete Ziele formuliert.
- -Es wird keine detaillierte Zeitplanung gemacht. Es bleibt also dem Zufall überlassen, was auf welche Weise und bis wann erreicht wird.
Kein Wunder, wenn da wenig Motivation aufkommt. Folgende drei Punkt können uns helfen die genannten Umsetzungs-Bremsen zu lösen.
Medjugorje – Lügennetz und Sündenpfuhl (Teil 2)
von Friedrich Reusch, KJB St. Martin, Schwäbisch Gmünd
Die Früchte: Bares, Hotels und ein Granatwerfer
Die Franziskaner jedenfalls ließen sich nicht erschüttern und luden weiterhin freudig nach Medjugorje ein. Unterstützung erhielten sie dabei auch bald von neo-„monastischen“ Gemeinschaften aus dem Umfeld der Charismatischen Erneuerung. Auch karitative Werke wie ein Haus für Drogenabhängige wurden eröffnet. Medjugorje wurde von einer Hochburg „Verrückter“ bald zum prosperierenden Projekt einer abscheuerregenden Symbiose aus gefährlichem Spiritualismus, neoliberalen Ordensprojekten und organisiertem Tourismusmanagement. Merkwürdige Zitate von Papst Johannes Paul II. wurden kolportiert, wonach dieser am liebsten selbst nach Medjugorje kommen würde oder wonach die Beichten dort besonders wirksam seien. 1998 wies übrigens der damalige Leiter der Glaubenskongregation, Kardinal Joseph Ratzinger, solche Aussagen als frei erfunden zurück.[1] Irgendwann wurde die Sache zu einem Selbstläufer und den Medjugorje-Demagogen gelang es bald, von den peinlichen Anfängen der Erscheinung durch das Vermarkten des Ortes als Ort der Umkehr, Beichtstuhl Europas usw. abzulenken. Medjugorje wurde vielfach nicht mehr an den teilweise häretischen Aussagen der Erscheinung gemessen, sondern an den angeblichen Früchten, die die Beichte dort zeitige.
Dazu ist festzustellen: Dass die vielen Beichten, die in Medjugorje gehört werden, in manchen Fällen die guten Früchte einer dauerhaften Bekehrung nach sich ziehen, ist kein Wunder, sondern eine Selbstverständlichkeit – alles andere würde ja die Glaubwürdigkeit des Beichtsakramentes selbst bezweifeln lassen! Diese Bekehrung – sofern denn wahr und echt – aber der „Gospa“ und Medjugorje anstatt Christus und der katholischen Kirche zuzuschreiben, ist irrig und abwegig. Auch relativiert es nicht das an sich falsche Fundament, auf dem Medjugorje hochgezogen wurde – viel schlimmer: Durch das Vermischen von negativer Grundlage mit positiven Elementen wird der Wahrheit ins Gesicht geschlagen. Mehr …
Medjugorje – Lügennetz und Sündenpfuhl (Teil 1)
von Friedrich Reusch, KJB St. Martin, Schwäbisch Gmünd
Es war ein Sommerabend im Jahre 2006 und ich saß im Bistro des Stuttgarter Bahnhofsturmes bei einem Spezi. Vor wenigen Monaten zur katholischen Kirche konvertiert, hatte ich noch einige Fragen zur Mariologie, wegen der bei vielen meiner protestantischen Freunde reges Unverständnis über meine Konversion herrscht. Eine mütterlich besorgte Mitarbeiterin der „Charismatischen Erneuerung“ saß mir gegenüber und erzählte dazu Erstaunliches: von Kindern in der Herzegowina, die eine Erscheinung hatten, beziehungsweise seit Beginn der 1980er-Jahre immer noch Erscheinungen haben. Die Kinder wären sich aber zunächst nicht sicher gewesen, ob es wirklich Maria sei, die da erscheine, deshalb hätten sie am zweiten Tag einen Eimer Weihwasser mitgenommen und die Erscheinung damit überschüttet. Sie sei danach triefend nass und lächelnd da gestanden, das sei der Beweis gewesen, dass es sich um die Muttergottes handele! Ich war beeindruckt.
Die erste Reise zu dem Erscheinungsort Medjugorje in der Herzegowina wäre für mich eigentlich nur eine Frage der Zeit gewesen – dennoch wollte ich nicht ohne jegliches vorbereitendes Studium dorthin fahren – man fährt ja auch nicht in einen Freizeitpark, ohne zu wissen, auf welche Attraktionen man sich freuen kann. Was ich dabei herausfand, erschütterte mich freilich. Doch seltsam war auch: Viele Katholiken, vor allem „konservativer“ Prägung, wurden einigermaßen unsachlich, wenn man sie auf die dunklen Seiten von Medjugorje ansprach.
Unlängst dann sah ich einen kurzen Videofilm auf der Internetseite www.gloria.tv, in dem Don Reto Nay, der Mitinitiator dieser Seite, zu Medjugorje befragt wird. Dieser gibt darin unumwunden zu, er habe sich zwar nie wirklich mit den Erscheinungen und deren Glaubwürdigkeit beschäftigt, empfehle Medjugorje aber trotzdem weiter und sei selbst schon mehrmals dorthin gefahren und immer mit „Gnaden“ erfüllt heimgekommen.[1] Ich rieb mir die Augen: Kann man wirklich so verantwortungslos sein? Ist es nicht das Normalste der Welt, dass man zunächst einmal wissen will, was es mit der Echtheit der Erscheinungen auf sich hat? Dasselbe gloria.tv meldete am 20. Januar 2009, dass auch die Petrusbruderschaft bald nach Medjugorje führe[2], übrigens unter der Leitung von Pater Walthard Zimmer, der im Jahr 2005 für Furore sorgte, weil er ein Buch veröffentlichte, das Harry Potter gutheißt[3]. Harry Potter und Medjugorje – das passt irgendwie zusammen. Aufklärung scheint heute also wohl wieder angezeigt: Viele wissen vermutlich nicht, was es damit überhaupt auf sich hat, viele haben Angst vor zu unangenehmen Details und behaupten, wo es scheinbar gute Früchte gibt, sei das mit der Authentizität der Erscheinung doch zweitrangig.
5 Wochen Istrien + 1 vollgestopfter Wanderrucksack + 0 Ahnung, wo wir heute Nacht schlafen können = 100 % Abenteuer
von Veronique Wagner
Dieses Jahr war es nun endlich so weit – meine Freunde hatten es doch tatsächlich mit ihrer Redekunst geschafft, mich (obwohl ich da den einen oder anderen Zweifel hatte) dazu zu bringen, mich für das Wanderlager 2009 anzumelden. So machte ich mich also Anfang August mit meinem großen Wanderrucksack, Schlafsack und Isomatte auf den Weg nach München, wo mein großes Abenteuer begann. Von dort aus ging es dann mit einem Reisebus, vollgeladen mit 39 gut gelaunten, netten jungen Menschen in Richtung Kroatien. Dort angekommen gab es erst einmal ein kleines Nickerchen in einem Park und dann ging es auch schon los mit der Wanderlagerei. Wir teilten uns in 3 Gruppen auf und zogen dann in Gruppen zu 11–12 Jugendlichen mit all unserem Hab und Gut los, um in der ersten Woche in Tagesetappen von 12–15 Kilometern von Rijeka nach Pula zu gelangen. In dieser Woche ging es vor allem darum, die anderen Gruppenmitglieder kennenzulernen, sich an das Wandern zu gewöhnen, als Gruppe zusammenzuwachsen und zu sehen, wie der Alltag im Wanderlager abläuft. So begann ein jeder Morgen mit einem gemeinsamen Morgengebet einschließlich Betrachtung, worauf ein ausgiebiges Frühstück im Grünen folgte. Dann hörte man auch schon bald „Aaaaufsatteln“ durch die Luft erschallen und schon ging’s los.
Während wir die faszinierende, hügelige Landschaft Kroatiens mit seinen wunderschönen Küstengebieten, seiner vielfältigen Flora mit zahlreichen leckeren Feigen- und Pflaumenbäumen, aber auch die herrlichen Altstädte genossen, bot sich dabei die Gelegenheit, mit den neu gefundenen Freunden über „Gott und die Welt“ zu plaudern. An bestimmten Tagen in der Woche, an welchen Pater Udressy und das umherreisende Autoteam bei uns zu Gast waren, hatten wir dann sogar die Gelegenheit, das Angebot der „Freiluft-Wander-Beichte“ wahrzunehmen oder mit dem Pater über die eigenen Problemchen zu reden, was sehr gerne in Anspruch genommen wurde. Bei einer guten Unterhaltung oder bei dem gemeinsamen täglichen Rosenkranz war dann das Wandern auch gar nicht mehr so anstrengend. Und wenn man dann mal so richtig „fertisch mit de Welt“ war und sich eigentlich nur noch in den Graben legen wollte, um zu schlafen, da kam auch schon von vorne eine hilfsbereite Hand, die einen den Berg hochzog und ein kräftiger Schub von hinten – und schon war die Welt wieder in Ordnung J. Mittags suchten wir uns dann immer ein gemütliches Plätzchen, um zu rasten und um wieder neue Kräfte zu schöpfen. Wenn man dann gegen Abend das Tagesziel erreicht hatte, hieß es erst einmal eine „Unterkunft suchen“. Teilweise war das gar nicht so einfach, da viele Menschen in Kroatien gar kein Englisch sprechen. So haben wir uns dann Tag für Tag mit unseren „Händen und Füßen“, unseren Brocken Spanisch, Französisch, Englisch, Italienisch und auch Deutsch einen tollen Schlafplatz mit Wasserstelle besorgt. Und wenn man dachte, „heute finden wir nichts mehr“, dann kam auch schon ein hilfsbereiter Einheimischer daher J.
Gedanken zum Advent und dem Weihnachtsfest
Memoria, Mysterium und Prophetia – eine dreifache Sicht
Wenn wir nach vielen Wochen der Nachpfingstzeit die erste Vesper vom Adventssonntag singen und damit das neue Kirchenjahr einläuten, fällt uns sofort ein großer Unterschied auf: Vorher war die Liturgie bescheiden und nüchtern, jetzt ist sie poetisch, voll Gemüt und Stimmung. Der erste Gesang: „An jenem Tage wird Süßigkeit träufeln…“ äußert sofort, dass wir in eine hoffnungsfrohe, botschaftsreiche Zeit treten, eine Zeit der Erwartung, Sehnsucht und Freude. Pius XII. erklärte in seiner Enzyklika „Mediator Die“ die Bedeutung der Liturgie im Kirchenjahr folgendermaßen:
„Das liturgische Jahr, von der Frömmigkeit der Kirche genährt und begleitet, ist nicht eine kalte, leblose Darstellung längst vergangener Dinge oder eine einfache, bloße Erinnerung an Ereignisse aus einer frühen Zeit. Vielmehr ist es Christus selbst, der in seiner Kirche fortlebt und der da den Weg seines unermesslichen Erbarmens weitergeht, den er selbst in diesem sterblichen Leben, als er Wohltaten spendend dahinging, begonnen hat in der liebevollen Absicht, dass so die Menschen mit seinen heiligen Geheimnissen in Berührung kämen und sozusagen in ihnen lebten.“
Aus diesen Worten resultierend wird das Kirchenjahr also zum „Christusjahr“. In der Adventszeit wird wie in jeder Festzeit dieses Christusjahres eine dreifache Sicht deutlich: die der memoria, die des mysteriums und der prophetia.
Die memoria ist die Erinnerung des einmaligen Geschehens der Vergangenheit. In der Adventszeit wird in diesem Sinne erinnert an das jahrtausendelange Warten des Heilsvolkes der Juden auf den Messias (ein Warten, das nur für die Christenheit mit der Geburt Christi beendet wurde) und das Warten aller adventlichen Völker auf den Heilbringer, der ihre Sehnsüchte, Träume, Wünsche erfüllt.
DGW – Journalistenpreis 2009
Wie im letzten Jahr findet auch diesmal wieder die Vergabe des Journalistenpreises statt. Damit sollen die herausragenden Leistungen von Autoren geehrt werden, die sich verdient gemacht haben.
Die Redaktion hat bereits eine Nominierung der besten 10 Artikel vorgenommen. Das Auswahlkriterium bei dieser Vorauswahl ist die jeweilige Resonanz, die entweder durch Zuschriften an die Redaktion oder die häufigen Zugriffe auf der Website ermittelt wird.
Wer als Sieger gekürt wird, entscheidet Ihr, die Leser des DGW. Die Umfrage läuft bis zum 31. Dezember 2009.
WAHL BEENDET!
Maria in unserem Leben
von Michaela Mengele
„Suche, oh Mensch, den Plan Gottes zu verstehen und erkenne, dass es ein Plan der Weisheit und der Barmherzigkeit ist. Da er den ganzen Boden mit dem himmlischen Tau benetzen wollte, hat er zuerst das Wollen benetzt: da er das ganze Menschengeschlecht erlösen wollte, hat er in Maria den ganzen Preis des Loskaufs hinterlassen … Versuchen wir also besser zu verstehen, mit wie viel demütiger Zuneigung Gott will, dass wir Maria verehren … Verehren wir Maria also mit allen Fasern unseres Herzens, mit aller Liebe und allen Wünschen unserer Seele, denn dies ist der Wille dessen, der wollte, dass alles durch Maria kommen sollte. Ja, gewiss es ist sein Wille, doch es ist auch unser Interesse“. Der große Heilige Bernhard von Clairvaux (um 1090–1153), ein Dichter der Größe und der Schönheit der universalen Berufung der Jungfrau Maria, hat uns auch in diesem soeben zitierten Ausschnitt eine eindeutige Aussage über die Bedeutung der Marienverehrung im Leben jedes Menschen, der sich dem Plan der göttlichen Liebe öffnet, aufgezeigt.
Chorwoche 2009
von Cosima Gillhammer
Wie beschreibt man die Chorwoche? Wie kann man all die Erlebnisse dieser einzigartigen Woche in Worte fassen? Wie schildert man die Begeisterung, die bei den Teilnehmern spürbar war, die Freude am beständigen Wachsen eines anspruchsvollen Musikstücks, die Entwicklung, die innerhalb weniger Tage aus flüchtigen Bekanntschaften gute Freundschaften entstehen ließ? Wie erklärt man das unter den Teilnehmern wohlbekannte Phänomen der „Post-Chorwochen-Depression“, welche so manchen dazu veranlasst, die Tage bis zum nächsten Mal zu zählen?
Worte reichen nicht aus, um den Zauber der Chorwoche hinreichend auszudrücken. Doch laut E.T.A. Hoffmann beginnt ja gerade dort, wo die Sprache aufhört, die Musik. Wer also der bald erscheinenden Aufnahme des Abschlusskonzertes lauscht und genau hinhört, der wird sie sicher wiederfinden, diese unsagbare Begeisterung.
Brief der Leitung der Katholischen Jugendbewegung in Deutschland an ihre Mitglieder Nr. 12/2009
Saarbrücken, 1. Dezember
Liebe KJBler,
mit dem 1. Adventsonntag hat das neue Kirchenjahr begonnen. Advent bedeutet Ankunft. Ankunft des Erlösers auf Erden.
Vier Wochen schenkt uns die Kirche, um sich auf Weihnachten vorbereiten zu können. Durch den großen Asketen, Johannes den Täufer ruft sie auch uns zu: „Bereitet den Weg des Herrn, macht gerade seine Pfade.“ Keine krumme Touren mehr, sondern eine reinigende Beichte ist vor Weihnachten angesagt! Des Weiteren mögen Stille, Sammlung und Gebet uns helfen unsere Herzen für den Herrn zu bereiten.
Beim Gruppenführertreffen Anfang November in Saarbrücken hielt ich einen Vortrag über die heilige Schrift und empfahl dabei täglich 1 Kapitel aus dem Neuen Testament zu lesen. Nach dem Vortrag wurde ich gefragt, mit welchem Buch oder Brief man beginnen soll? Ich empfehle allen mit einem der vier Evangelien zu beginnen. Diese zeigen uns am Besten, wer Jesus war und was er für uns tat.
Quo vadis – Wohin gehst du?
von KJB Memmingen
So fragte Petrus einst den Herrn. Und sobald er die Antwort erhalten hatte, begriff Petrus – er kehrte um und lief geradewegs nach Rom in sein Martyrium.
Zum Paulusjahr haben wir, die KJB Memmingen, uns auf den Weg nach Rom gemacht, um dort in besonderer Weise den Fußstapfen des hl. Paulus nachzuspüren. Wir hatten die Ehre, Pater Kopf als geistliche Begleitung bei uns zu haben. Außergewöhnlich war wohl die Art unserer Reise – aber auch der hl. Petrus hatte bei seinen Reisen wahrscheinlich nur einen alten Stock dabei. So fuhren wir mit dem schon etwas abenteuerlichen alten Gemeinde- und Schulbus der Kirche St. Josef los in die ewige Stadt. Unser Anblick nach der langen Nacht muss wohl zum Erbarmen gewesen sein, oder aber die Höflichkeit der Römer verdient ein außerordentliches Lob, denn wir wurden mit Freundlichkeit empfangen. Und die Hilfe der Römer hatten wir auch bitter nötig bei den für „spießbürgerliche“ deutsche Verhältnisse sehr chaotischen Verkehrsmanieren der Italiener. Gleich nach Beziehen der Unterkunft machten wir uns auf den Weg zum Petersplatz. Der Dom, seine Kuppel und überhaupt der Gedanke, dass dieser Ort eine Heimat für jeden Katholiken darstellt, waren ein unbeschreibliches Erlebnis. Von da an besuchten wir jeden Tag diesen Ort, um alle Eindrücke festzuhalten und zu vertiefen.
Die falschen neuzeitlichen Wahrheitsphiliosphien (5. und letzter Teil)
von Pater Gérard Mura
Die Wahrheit des philosophischen Realismus
Im Gegensatz zu den obigen falschen Lehren besitzt der philosophische Realismus die natürliche Gewissheit, dass die Wahrheit (besonders die Wirklichkeit der Welt) für den Menschen erkennbar ist. Eine solche natürliche Gewissheit nennt man auch Evidenz (Offenkundigkeit). Wenn der Realist behauptet, der philosophische Realismus sei wahr, entsteht kein Widerspruch wie im Fall der Grundannahmen der falschen Erkenntnistheorien. Wenn nämlich der Mensch Wahrheit grundsätzlich erfassen kann, dann kann er auch erfassen, welche philosophische Erkenntnistheorie die wahre ist.
Die Behauptung, der Skeptizismus sei sicher die richtige Philosophie, ist in sich selbst widersprüchlich und daher falsch. Dies wurde oben aufgezeigt. Folgt allein daraus schon mit logischer Notwendigkeit, dass der Realismus wahr sei? Oder was kann man rein logisch daraus folgern? Wäre der Realismus nicht wahr, dann wäre logischerweise auch jede andere mögliche Behauptung unsicher. Daraus folgt logisch: Wenn es überhaupt irgendeine sichere menschliche Behauptung gibt, dann ist der Realismus mit Sicherheit die richtige Philosophie. Mit anderen Worten: Wenn überhaupt irgendetwas behauptet werden kann, dann ist es die Wahrheit des philosophischen Realismus. Wenn also ein Philosoph irgendetwas fest behauptet, dann muss er konsequenterweise Realist sein und nicht Skeptizist.




